Die NATO hat beschlossen, formelle Verhandlungen mit Saab über die Beschaffung von bis zu zehn GlobalEye-Flugzeugen für luftgestützte Radar-Aufklärung und Führung (AEW&C, Airborne Early Warning and Control) aufzunehmen, um die derzeitigen E-3A AWACS-Flugzeuge des Bündnisses zu ersetzen. Die Ankündigung wurde von NATO-Generalsekretär Mark Rutte beim Gipfeltreffen in Ankara, Türkei, gemacht.

Die Entscheidung wurde im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara bekanntgegeben. Saab erklärt, dass die Ankündigung bedeutet, dass GlobalEye als künftige AEW&C-Lösung der NATO ausgewählt wurde, auch wenn noch kein Vertrag unterzeichnet worden ist. Die derzeitige AWACS-Flotte ist seit Anfang der 1980er Jahre im operativen Einsatz.

GlobalEye basiert auf dem Geschäftsreiseflugzeug Bombardier Global 6500 und wurde entwickelt, um Ziele in der Luft, auf See und am Boden zu erfassen und zu verfolgen. Das System wurde bereits international von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und zuletzt Kanada bestellt, worüber Nordic Defence Sector bereits früher berichtet hat.

Laut Saab umfasst die Beschaffung bis zu zehn Flugzeuge. Die Lieferungen sollen schrittweise die derzeitige NATO-Flotte der E-3A AWACS ersetzen, die im deutschen Geilenkirchen stationiert ist und von Personal aus 21 Mitgliedsländern des Bündnisses bemannt wird.

Die AWACS-Flugzeuge haben seit 1982 eine der wenigen gemeinsam im Besitz der NATO befindlichen militärischen Fähigkeiten dargestellt und haben an Operationen auf dem Balkan, in Afghanistan und im Irak sowie an Überwachungsaufgaben entlang der östlichen Flanke der NATO nach Russlands umfassendem Einmarsch in die Ukraine teilgenommen.

GlobalEye wird damit zu einem zentralen Bestandteil der künftigen luftgestützten Führungs- und Überwachungsfähigkeit des Bündnisses.

Saab wird nun formelle Vertragsverhandlungen mit der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) aufnehmen. NDS berichtete früher in diesem Jahr, dass Kanada GlobalEye als sein künftiges luftgestütztes Radar-Aufklärungssystem ausgewählt hat. Im Zusammenhang mit der Ankündigung erklärte Premierminister Mark Carney, dass Kanada mit weiteren Bestellungen von Verbündeten rechne und dass mindestens ein Drittel einer künftigen GlobalEye-Flotte von rund 40 Flugzeugen in Kanada gebaut werden solle.

„Wir sind geehrt und stolz darauf, die NATO bei der Entwicklung ihrer nächsten Generation von AEW&C-Fähigkeiten zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass GlobalEye die richtige Wahl für das Bündnis ist und bewährte Fähigkeiten, hohe Anpassungsfähigkeit sowie langfristige operative Vorteile bietet. Die heutige Ankündigung festigt eindeutig die Position von GlobalEye als weltweit führende Lösung für fortschrittliche AEW&C-Systeme. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in den Verhandlungen", sagt Micael Johansson, Vorstandsvorsitzender und Konzernchef von Saab, in der Pressemitteilung des Unternehmens.

GlobalEye stand im Wettbewerb mit dem Boeing E-7 Wedgetail um den Auftrag. Die NATO entschied sich im Jahr 2025, frühere Pläne zur Beschaffung der E-7 aufzugeben, nachdem die USA ihre eigenen Pläne für das Flugzeug geändert hatten. Stattdessen hat das Bündnis nun die schwedische Lösung gewählt.