Die Cyberaktivitäten der Behörde für Zivilverteidigung (Myndigheten för civilt försvar, MCF) wurden zum 1. Juli auf das Schwedische Amt für Funknachrichtenwesen (Försvarets radioanstalt, FRA) übertragen. Damit werden weitere nationale Cybersicherheitsfunktionen im Nationalen Cybersicherheitszentrum (Nationellt cybersäkerhetscenter, NCSC) gebündelt, das seit November 2024 Teil der FRA ist.

Einem gemeinsamen Pressemitteilung von FRA und NCSC zufolge ist die Änderung Teil der Arbeit der schwedischen Regierung, die gesamte Cyberkapazität Schwedens zu stärken, indem operative und strategische Cybersicherheitsfunktionen bei einer einzigen Behörde zusammengeführt werden.

„Ich möchte unsere neuen Kolleginnen und Kollegen von der MCF herzlich bei der FRA willkommen heißen. Sie verfügen über wertvolle Kompetenzen, die die bestehende Cyberarbeit der FRA ergänzen werden", sagt FRA-Generaldirektor Björn Lyrvall in einer Pressemitteilung.

Die Aktivitäten der MCF werden vollständig übertragen, was bedeutet, dass Kompetenzen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Funktionen im Bereich Cybersicherheit mitübergehen. Laut FRA soll die Unterstützung für Behörden, Kommunen, Regionen, die Wirtschaft und andere gesellschaftlich wichtige Akteure wie bisher fortgesetzt werden.

Durch die Änderung erhält die FRA auch eine erweiterte nationale Verantwortung. Die nationale schwedische CSIRT-Funktion (Computer Security Incident Response Team), CERT-SE, wird über das NCSC in die FRA eingegliedert, während die Behörde gleichzeitig zum nationalen Cyber-Knotenpunkt innerhalb der EU-Cybersicherheitszusammenarbeit und zur nationalen Behörde für Cyber-Krisenmanagement wird. Die FRA übernimmt zudem die Verantwortung für das nationale schwedische Koordinierungszentrum für Forschung und Innovation im Bereich Cybersicherheit (NCC-SE), die Koordinierung der Aufsichtsbehörden im Cybersicherheitsbereich sowie die Rolle als technische Kontaktstelle für Schweden innerhalb der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

„Da nun mehr nationale Cybersicherheitsaufgaben bei der FRA gebündelt werden, wird das Mandat der Behörde weiter ausgeweitet. Das bedeutet, dass die Verantwortung in größerem Umfang die Cybersicherheit der gesamten Gesellschaft umfasst, von der Vorfallsbehandlung und Koordinierung bis hin zu Unterstützung und internationaler Zusammenarbeit", sagt Björn Lyrvall in der Pressemitteilung.

Der Generaldirektor der Behörde für Zivilverteidigung, Mikael Frisell, betont gleichzeitig, dass die Behörden auch nach der Übertragung weiterhin zusammenarbeiten werden.

„Cybersicherheit und Zivilverteidigung sind eng miteinander verbunden. Auch wenn die Aktivitäten zur FRA verlagert werden, werden unsere Behörden weiterhin eng zusammenarbeiten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und die Fähigkeit zur Bewältigung von Krisen und letztlich auch von Kriegssituationen zu stärken", sagt er in der Pressemitteilung.

Nordic Defence Sector hat zuvor über die schrittweise Umstrukturierung der nationalen Cybersicherheitsarbeit durch die schwedische Regierung berichtet. Im April 2023 kündigte die Regierung an, dass die FRA Hauptverantwortliche für das Nationale Cybersicherheitszentrum werden solle. Zum 1. November 2024 wurde das NCSC organisatorisch in die FRA eingegliedert, und im November 2025 beschloss die Regierung, dass auch die operative und strategische Cyberarbeit von der damaligen Zivilschutzbehörde (Myndigheten för samhällsskydd och beredskap, MSB) spätestens zum 1. Juli 2026 auf die FRA übertragen werden solle. Die nun vollzogene Übertragung markiert damit den letzten Schritt dieser Umstrukturierung.