Der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson empfing am 16. September den brasilianischen Luftwaffenchef, Generalleutnant Marcelo Kanitz Damasceno, in Stockholm. Auf der Tagesordnung stand die strategische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, insbesondere im Luftfahrtbereich, in dem das schwedisch-brasilianische Gripen-Programm eine zentrale Rolle spielt.
Bei dem Treffen wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die die Absicht bekräftigt, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Die Erklärung hebt unter anderem die Möglichkeit hervor, dass Brasilien zusätzliche JAS 39 Gripen bestellen und damit den bestehenden Vertrag für das FX-2-Beschaffungsprogramm ändern könnte. Ein solcher Schritt würde laut dem Dokument im Rahmen der brasilianischen Gesetzgebung erfolgen.
Brasilien hat bislang zehn Gripen F-39 erhalten, die bereits auf dem Luftwaffenstützpunkt in Anápolis im operativen Dienst stehen. Gleichzeitig läuft die lokale Produktion des Gripen im Embraer-Werk in Gavião Peixoto, wo das erste vollständig in Brasilien gefertigte Flugzeug noch vor Jahresende fertiggestellt werden soll.
– Die strategische Zusammenarbeit zwischen Schweden und Brasilien ist für beide Länder von großer Bedeutung, nicht zuletzt durch Schwedens Kauf von Transportflugzeugen und die Fertigung von Gripen-Flugzeugen vor Ort in Brasilien, sagt Verteidigungsminister Pål Jonson.
Neben dem Gripen-Programm wurde auch Schwedens geplanter Kauf von vier C-390 Millennium Transportflugzeugen von Embraer hervorgehoben, die das derzeitige Transportflugzeug der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) ersetzen sollen.
Während des Besuchs wurde zudem die Bedeutung des Technologieaustauschs und der langjährigen Zusammenarbeit im Bereich der Luftfahrttechnik betont. Die Erklärung markierte darüber hinaus das Inkrafttreten des Protokolls zur Exportkontrolle von Verteidigungsgütern zwischen Schweden und Brasilien.
Im Rahmen des Besuchs nahm die brasilianische Delegation auch an Treffen teil, die von der Schwedischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SOFF – Säkerhets- och försvarsföretagen) organisiert wurden, bei denen schwedische Unternehmen ihre Lösungen und Kooperationen in den Bereichen Innovation und Produktion vorstellten.

