Promoteq hat Mathias Krümmel zum neuen CEO und Konzernchef ernannt. Er verfügt über einen militärischen Hintergrund als Offizier sowie über langjährige Erfahrung in Führungspositionen und tritt sein Amt in einer Branche an, die zunehmend höhere Anforderungen an Robustheit und Regelkonformität stellt.

Was ist Ihr beruflicher Hintergrund?

Ich habe mehr als zwei Jahrzehnte lang in Führungsrollen gearbeitet, hauptsächlich in Umgebungen, in denen Lieferung, Qualität und Umsetzung absolut entscheidend sind. Zuletzt war ich als CEO von DHL Freight Sverige AB tätig und davor als CEO von PostNord Sverige AB. Ich habe außerdem einen militärischen Hintergrund als Offizier, der meine Führungsweise geprägt hat: klare Verantwortlichkeiten, strukturierte Umsetzung und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht alle Faktoren bekannt sind.

Die konkreteste Erkenntnis, die ich daraus mitnehme, ist, dass Lieferung und Unternehmenskultur zusammenhängen. Man kann Prozesse und Systeme haben, aber wenn die Mitarbeiter nicht verstehen, warum etwas getan wird, und die Nachverfolgung unklar ist, entstehen dennoch Nachbesserungen und Qualitätsverluste. Ich nehme die Bedeutung weniger, klarer Prioritäten, konsequenter Nachverfolgung und frühzeitiger Erkennung von Abweichungen mit – so schafft man Vorhersehbarkeit für Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen.

Warum haben Sie sich für eine Tätigkeit im Verteidigungssektor entschieden?

Die Sicherheitslage hat sich verändert, und das hat Versorgungsfähigkeit, Robustheit und Liefersicherheit zu strategischen Fragen gemacht. Für mich geht es um Verantwortung und darum, dort einen Beitrag zu leisten, wo er wirklich einen Unterschied macht. Gleichzeitig sehe ich eine Branche, die sich rasch professionalisiert, mit wachsenden Anforderungen an Regelkonformität, Rückverfolgbarkeit und Qualität. Das sind Bereiche, in denen ich Erfahrung im Aufbau von Strukturen und Umsetzungsstärke habe.

Was hat Sie dazu bewogen, sich für die Stelle bei Promoteq zu interessieren?

Mich hat die Kombination aus einer soliden Grundlage und einer klaren Möglichkeit, den nächsten Schritt zu gehen, angesprochen. Ich sah hohe Kompetenz, einen starken Lieferwillen und einen Markt, auf dem der Bedarf an Robustheit und Struktur weiter zunehmen wird. Promoteq agiert in einem Umfeld, in dem Vertrauen, Lieferung und Qualität entscheidend sind und in dem die Anforderungen weiter steigen. Ich erkenne auch einen klaren Ehrgeiz, kontrolliert zu wachsen und Kapazitäten aufzubauen, die langfristig Bestand haben.

Was mich positiv überrascht hat, war das bereits vorhandene Fachwissen und die Eigenverantwortung – gleichzeitig ist das Unternehmen schnell gewachsen und benötigt nun mehr Einheitlichkeit in Steuerung und Arbeitsweise. Ich arbeite gerne dort, wo der Auftrag klar ist, die Richtung eindeutig und Verbesserungen im Alltag spürbar sind.

Was umfasst Ihre neue Position?

Es geht darum, das Gesamtbild zu leiten. Klare Prioritäten zu setzen, eine Steuerung aufzubauen, die es der Organisation ermöglicht, stabil zu liefern und sich gleichzeitig weiterzuentwickeln, und sicherzustellen, dass Strukturen und Arbeitsweisen auch bei zunehmender Komplexität standhalten. Es geht auch darum, die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern weiterzuentwickeln sowie Kompetenz und Kapazität für die nächste Phase aufzubauen. Mein Ausgangspunkt ist einfach: professionelle Umsetzung schlägt Ambitionen auf dem Papier.

Was steht in den nächsten sechs Monaten ganz oben auf Ihrer Agenda?

Ich möchte zunächst zuhören und das Unternehmen wirklich verstehen. Ich beginne in der Regel damit, sehr viel Zeit im operativen Betrieb zu verbringen und drei Fragen zu stellen: Was funktioniert, was reibt sich, und was würde in den nächsten sechs Monaten den größten Unterschied machen.

Das erste Halbjahr dreht sich um drei Dinge. Stabile Lieferung und Klarheit im Alltag – Wachstum darf nicht auf Kosten von Qualität oder Vorhersehbarkeit gehen. Arbeitsweisen und Nachverfolgung, die uns schneller und konsequenter machen: weniger Nachbesserungen, klarere Prioritäten und konsequentere Umsetzung. Sowie Kapazität und Kompetenz für die nächste Phase – wir müssen ein Team und eine Organisation aufbauen, die langfristig höheren Anforderungen gerecht werden, sowohl operativ als auch kommerziell.

Das Engagement und der Wille, Dinge zum Laufen zu bringen, auch wenn das Tempo hoch ist, fällt bereits positiv auf. Was ich als Herausforderung wahrgenommen habe, ist, dass schnelles Wachstum immer Reibung erzeugt: mehr parallele Initiativen, mehr Abhängigkeiten und ein größerer Bedarf an Klarheit. Meiner Erfahrung nach lässt sich das mit Struktur lösen, ohne an Tempo zu verlieren.

Was mich persönlich am meisten antreibt, ist, den Alltag einfacher und vorhersehbarer zu machen: weniger Nachbesserungen, klarere Entscheidungen, klarere Verantwortlichkeiten und eine Nachverfolgung, die unterstützt statt belastet. Das Ziel ist, dass sich dies in klareren Prioritäten, kürzeren Entscheidungswegen und konsequenterer Nachverfolgung niederschlägt. Das schafft intern Sicherheit und extern Vertrauen.


NDS (Nordic Defence Sector) hat in dieser Reihe zuvor unter anderem Tobias Billström und Karin Swanson interviewt. Wenn Sie jemanden kennen, der für diese Interviewreihe geeignet wäre, oder selbst der Meinung sind, dass Sie in Frage kommen, erreichen Sie NDS unter [email protected] – bitte kennzeichnen Sie die E-Mail mit „Neu im Job".