Die Ukraine hat vier neue Rahmenabkommen mit Finnland, Dänemark und Lettland über die gemeinsame Produktion unbemannter Systeme unterzeichnet. Die Abkommen wurden anlässlich des vierten Jahrestages der russischen Invasion geschlossen und werden durch umfangreiche militärische und finanzielle Unterstützung der nordischen und baltischen Länder ergänzt.
– Diese Kooperationsinitiativen helfen dabei, die Grundlage für eine wirklich eigenständige europäische Verteidigungsindustriebasis zu schaffen, die unsere gemeinsame Sicherheit in der Zukunft stärken wird, schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X.
Laut dem ehemaligen ukrainischen Minister für strategische Industrien, Oleksandr Kamyschin, umfassen die Vereinbarungen bodengestützte Drohnen (UGV – Unmanned Ground Vehicles), Angriffsdrohnen mit großer Reichweite sowie Aufklärungsdrohnen. Diese Systeme, die bereits im Kampfeinsatz erprobt wurden, sollen nun im Rahmen der Initiative „Build With Ukraine" in Dänemark, Finnland und Lettland gefertigt werden.
Die Vereinbarungen wurden unterzeichnet, als Vertreter der nordischen und baltischen Länder anlässlich des Jahrestages des Kriegsbeginns Kiew besuchten. Finnlands Präsident Alexander Stubb teilte eine Aktualisierung des Besuchs, in der er die langfristige Präsenz der Länder und ihr Engagement bestätigte, die Ukraine so lange wie nötig zu unterstützen.
Im Rahmen der Treffen wurde zudem eine Übersicht über die wirtschaftliche und materielle Unterstützung der NB8-Länder (Nordisch-Baltische Acht) vorgestellt. Einer Zusammenstellung des ukrainischen Präsidenten zufolge umfasst dies über 1,5 Milliarden USD an militärischer Unterstützung aus Schweden sowie 1,2 Milliarden USD aus Norwegen, die gezielt für die gemeinsame Drohnenproduktion vorgesehen sind. Darüber hinaus beteiligen sich Norwegen, Schweden, Lettland und Estland an der PURL-Initiative, während Litauen Investitionen über das SAFE-Programm tätigt. NDS hat bereits früher über die fortlaufende Unterstützung der NB8-Länder berichtet, ebenso wie über spezifische Unterstützungspakete aus Schweden, Finnland und Norwegen.
Neben der verteidigungstechnologischen Zusammenarbeit wurden auch strategische Energiefragen erörtert. In einem Kommentar nach einem Treffen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre wird bestätigt, dass die Länder nunmehr eine strategische Partnerschaft erreicht haben, wobei weitere Abkommen zur Energiezusammenarbeit auf der Agenda stehen. Auch Finnland, Dänemark und Island werden als Akteure genannt, die energiebezogene Unterstützungspakete beisteuern.

