Die schwedische Regierung hat eine Sonderuntersuchung eingesetzt, die drei grundlegende Richtungsentscheidungen für Schwedens künftiges Kampfflugzeug analysieren soll. Die Analyse soll als Grundlage für die künftige Entscheidung der Regierung über eine Nachfolgelösung für den JAS 39 Gripen dienen.

Laut der Pressemitteilung der Regierung soll die Untersuchung die gesamtwirtschaftlichen sowie verteidigungs-, sicherheits- und außenpolitischen Konsequenzen von drei Alternativen analysieren: ein national entwickeltes Kampfflugzeugsystem, ein im internationalen Rahmen entwickeltes Kampfflugzeugsystem oder die Beschaffung eines ausländischen Kampfflugzeugsystems. Die Analyse soll die Voraussetzungen für eine breite politische Verankerung schaffen und als Grundlage für künftige Regierungsentscheidungen dienen.

Die Untersuchung soll spätestens am 15. September 2027 vorgelegt werden.

„Der Gripen wird noch lange ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Verteidigungsfähigkeit sein. Da es jedoch bis zu 25 Jahre dauern kann, ein neues Kampfflugzeugsystem zu spezifizieren, zu entwickeln und einzuführen, müssen wir jetzt eine solide Grundlage für die nächste Generation erarbeiten. Die Untersuchung soll beleuchten, wie Schweden nach dem Gripen eine moderne Luftkampffähigkeit sicherstellen kann, unter Berücksichtigung der rasanten technologischen Entwicklung, unserer Verantwortung als NATO-Mitglied sowie des Bedarfs an einer robusten Versorgungsfähigkeit in Frieden, Krise und Krieg", erklärte Verteidigungsminister Pål Jonson in einer Pressemitteilung der Regierung.

Zum Auftrag gehört unter anderem die Analyse der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, der Konsequenzen für Schwedens verteidigungsindustrielle Basis, der Fähigkeit zur Erfüllung der NATO-Anforderungen sowie der langfristigen außenpolitischen Folgen der jeweiligen Alternativen. Die Regierung hat den früheren Generaldirektor Ulf Hammarström, zuletzt Leiter der schwedischen Akkreditierungsbehörde Swedac, zum Sonderermittler ernannt. Eine Referenzgruppe mit Vertretern aller Reichstagsparteien soll der Untersuchung angegliedert werden.