Nach mehreren Jahren in der Parteipolitik, zuletzt als Vorsitzender des Liberalen Jugendverbandes (Liberala ungdomsförbundet, LUF), hat Erik Berg den Schritt in den Verteidigungssektor gewagt. Als neuer Policy-Stratege für EU- und NATO-Fragen beim schwedischen Sicherheits- und Verteidigungsunternehmensverband (Säkerhets- och försvarsföretagen, SOFF) wird er die Prozesse der EU und der NATO im Bereich der Verteidigungskooperation sowie die Entwicklung des Verteidigungsmarktes beobachten. Im Gespräch mit Nordic Defence Sector erklärt er, was ihn zu der neuen Rolle bewogen hat und welche Themen er in den Mittelpunkt stellen wird.

Was ist Ihr beruflicher Hintergrund?

Ich komme zu SOFF aus der Parteipolitik. Zuletzt war ich Vorsitzender des Liberalen Jugendverbandes (LUF), und davor arbeitete ich für die Liberalen (Liberalerna) in der Region Stockholm als Kommunikationsverantwortlicher und politischer Sekretär. Zuvor absolvierte ich ein Lehramtsstudium an der Universität Uppsala. Mein Werdegang ist also recht vielseitig, aber das Interesse an Verteidigungs- und Außenpolitik entstand vor langer Zeit und ist geblieben.

Warum haben Sie sich entschieden, im Verteidigungssektor zu arbeiten?

Zwischen dem NATO-Beitritt Schwedens, der Unterstützung für die Ukraine und der Aufrüstung der schwedischen Streitkräfte war meine Zeit als Vorsitzender eines politischen Jugendverbandes von Verteidigungsfragen geprägt. Die Möglichkeit, in diesem Bereich weiterzuarbeiten, aber in einer völlig neuen Rolle, fühlt sich ideal an. Gleichzeitig herausfordernd und vertraut, so wie sich ein neuer Job anfühlen sollte.

Was hat Sie für diese Stelle und speziell für SOFF interessiert?

Vor allem habe ich ausschließlich Gutes über SOFF als Organisation gehört, und in allen Kontakten, die ich in meiner früheren Rolle mit den Mitarbeitern hier hatte, gewann ich einen sehr positiven Eindruck. Außerdem passt meine Stellenbeschreibung wie die Faust aufs Auge zu mir. Als Policy-Stratege für EU- und NATO-Fragen zu arbeiten fühlt sich für mich als überzeugten Befürworter der europäischen und transatlantischen Zusammenarbeit genau richtig an.

Was umfasst Ihre neue Position?

Ich werde in erster Linie die Prozesse der EU und der NATO zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich des Verteidigungsmarktes für die Mitgliedsunternehmen von SOFF beobachten. Schweden und die schwedischen Verteidigungsunternehmen spielen in der neuen Sicherheitslage Schlüsselrollen, sowohl im europäischen als auch im globalen Kontext. Darüber hinaus umfasst meine Rolle die Beobachtung von Forschungs- und Entwicklungsfragen (FuE), die eng mit der EU verknüpft sind, insbesondere durch den Ausbau des Europäischen Verteidigungsfonds.

Darüber hinaus sind wir eine kleinere Organisation, und das gesamte Sekretariat arbeitet eng zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Ich werde daher sicherlich auch außerhalb meines eigenen Verantwortungsbereichs in vielen Bereichen der Organisation eine Rolle spielen.

Warum richtet SOFF diese neue Position ein?

Wir sollten in Schweden stolz auf den international wettbewerbsfähigen Verteidigungsmarkt sein, den wir haben. Er macht sowohl Schweden als auch unsere neuen Verbündeten deutlich sicherer. Dennoch dürfen wir uns nicht zufriedengeben, sondern müssen sicherstellen, dass wir den neuen Anforderungen in einer unsichereren Welt gerecht werden. Die Erwartungen sind hoch, dass die schwedische Verteidigungsfähigkeit zunimmt und die Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten in der EU und der NATO trotz einer unsicheren Weltlage standhält. SOFF wird sowohl durch mich als auch durch meinen Kollegen Toni Eriksson, der ebenfalls jetzt beginnt, verstärkt, gerade weil in diesen Bereichen so viel geschieht.

Was steht in den nächsten sechs Monaten ganz oben auf Ihrer Agenda?

Derzeit arbeitet die neue EU-Kommission mit Hochdruck an einer Reihe von Verteidigungsfragen. Kaja Kallas, die neue Außenbeauftragte, erhielt bei ihrem Amtsantritt 100 Tage Zeit, um eine umfassende Vision für die europäische Verteidigungskooperation vorzustellen. Die Verteidigungsindustrie wird ein zentraler Bestandteil dieser Vision sein, ebenso wie alle praktischen Strategien, Programme und Rechtsvorschriften, die darauf folgen werden. Daher wird dies auch mein großer Schwerpunkt in der nächsten Zeit sein.


NDS hat in dieser Reihe zuvor unter anderem Tobias Billström und Karin Swanson interviewt. Wenn Sie jemanden kennen, der für diese Interviewreihe geeignet wäre, oder selbst der Meinung sind, dass Sie in Frage kommen, erreichen Sie NDS unter news@nordicdefencesector.com. Bitte kennzeichnen Sie die E-Mail mit "Ny på jobbet" (Neu im Job).