Eine neue Studie der Schwedischen Verteidigungsforschungsagentur (FOI – Totalförsvarets forskningsinstitut) zeigt, dass Frauen und Personen in pädagogischen Berufen weniger geneigt sind, militärische Auslandsveteranen zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Veteranen mit Stabshintergrund haben jedoch eine etwas höhere Chance, im Rekrutierungsprozess weiterzukommen.

Der FOI-Forscher Peter Bäckström hat eine experimentelle Studie durchgeführt, bei der knapp 1.000 Personen hypothetische Stellenbewerber miteinander verglichen. Die Studie zeigt, dass ein militärischer Auslandseinsatz in einer Stabsposition die Wahrscheinlichkeit erhöht, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, während Erfahrungen als Schützensoldat die Chancen kaum nennenswert beeinflussten.

– Die Menschen empfinden die Erfahrung aus der Stabsarbeit als positiver als die des Schützensoldaten, auch wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass Schützensoldaten aktiv aussortiert werden, sagt Peter Bäckström, leitender Forscher in der Abteilung Verteidigungsanalyse der FOI, in einer Pressemitteilung der FOI.

Frauen erwiesen sich in höherem Maße als Männer dazu geneigt, Kandidaten mit Erfahrung im militärischen Auslandseinsatz auszuschließen, auch wenn andere Faktoren kontrolliert wurden. Auch Personen in pädagogischen Berufen waren weniger bereit, Veteranen zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, insbesondere solche mit einem Hintergrund als Schützensoldat.

Peter Bäckström ist der Ansicht, dass die Ergebnisse auf Vorstellungen zurückzuführen sein könnten, wonach Militärangehörige als weniger emotional stabil und stärker handlungsorientiert wahrgenommen werden, was in Berufen, die auf sozialer Interaktion basieren, als weniger geeignet gilt.

– Ich glaube, dass Veteranen als emotional distanzierter und stärker auf Handeln als auf Gefühle ausgerichtet wahrgenommen werden und daher als weniger geeignet für Berufe mit intensivem zwischenmenschlichem Kontakt angesehen werden, sagt er.

Er fordert weitere Forscher auf, sich für Fragen rund um das Bild von Militärangehörigen und der Verteidigung aus einer Geschlechterperspektive zu interessieren.

– Es geht um die Legitimität der Streitkräfte und die zivil-militärische Zusammenarbeit – größere Fragen als nur die der Auslandsveteranen, sagt Bäckström.