Großbritannien wird die Anzahl der in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von 1.000 auf 2.000 verdoppeln. Die Ankündigung wurde von Verteidigungsminister John Healey bei einem Besuch in Nordnorwegen gemacht und wird mit der veränderten Sicherheitslage in der Arktis begründet.
Laut einer Pressemitteilung des britischen Verteidigungsministeriums wurde die Ankündigung anlässlich eines Besuchs von John Healey bei britischen Marineinfanteristen im Camp Viking, nördlich des Polarkreises, gemacht. Die Verstärkung ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Begegnung russischer Bedrohungen in der Region.
– Großbritannien tritt vor, um die Arktis und die Hohen Norden zu schützen, indem wir die Truppenstärke in Norwegen verdoppeln und gemeinsame Übungen mit NATO-Verbündeten ausweiten, sagt John Healey.
Er erklärt, dass Russland die größte Bedrohung für die Sicherheit in der Region seit dem Kalten Krieg darstelle und verweist darauf, dass das Land rasch militärische Präsenz wiederaufbaut, einschließlich der Wiedereröffnung alter Stützpunkte.
Die Ankündigung fällt zusammen mit der Planung umfangreicher Aktivitäten im Rahmen der britisch geführten Schnelleingreiftruppe Joint Expeditionary Force (JEF). Im September 2026 wird die Übung „Lion Protector" durchgeführt, bei der Luft-, Land- und Seestreitkräfte in den Hohen Norden trainieren sollen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Stärkung gemeinsamer Führungsfähigkeiten.
Großbritannien bestätigt zudem seine Teilnahme an der NATO-Mission Arctic Sentry, für die derzeit detaillierte Planungen laufen. Im März nehmen 1.500 Soldaten der britischen Marineinfanterie, der Royal Marines, an der NATO-Übung Cold Response teil, die über Norwegen, Finnland und Schweden durchgeführt wird.
Die verstärkte Präsenz folgt auf das sogenannte Lunna-House-Abkommen, das im Dezember mit Norwegen unterzeichnet wurde und über das NDS bereits berichtet hat. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem den gemeinsamen Betrieb von Fregatten des Typs 26, die für die U-Boot-Jagd vorgesehen sind, sowie die Vorauslagerung britischen Geräts in Norwegen.

