Zwölf NATO-Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, eine größere Verantwortung für die maritime Sicherheit im Nordatlantik, in der Ostsee und in der Arktis zu übernehmen. Die Verpflichtung wurde beim NATO-Gipfel in Ankara (Türkei) vorgestellt und umfasst unter anderem eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Führung, Nachrichtenwesen, Übungen und Lagebewusstsein.

In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien, den europäischen und kanadischen Beitrag zur Abschreckung und Verteidigung in den nördlichen Seegebieten zu stärken.

Die Länder erklären, dass sie die Zusammenarbeit im gesamten Spektrum maritimer Operationen ausbauen, die maritime Führungsfähigkeit stärken sowie Investitionen priorisieren wollen, die das gemeinsame Lagebewusstsein in allen operativen Domänen verbessern. Die Erklärung hebt zudem einen verstärkten Fokus auf Innovation zur Entwicklung künftiger maritimer Fähigkeiten hervor.

Einem Pressemitteilung der norwegischen Regierung zufolge war es Norwegen, das die Initiative zu dieser Zusammenarbeit ergriffen hat.

Mit dieser Initiative leisten Europa und Kanada einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der Sicherheit im Nordatlantik und im Hohen Norden. Es ist eine direkte Antwort auf die Aufforderung der USA, dass andere Länder eine größere Verantwortung für die Sicherheit im Bündnisgebiet übernehmen sollen, sagt Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

Støre erklärt außerdem, dass die Länder die Zusammenarbeit in den Bereichen Nachrichtenwesen, maritime Führung und Kontrolle, Schutz der Seeverbindungslinien sowie freie Schifffahrt vertiefen wollen.

Die nördlichen Seegebiete sind nicht nur für Europa wichtig, sondern auch entscheidend für die Verteidigung Nordamerikas, sagt er.

In der gemeinsamen Erklärung wird betont, dass die Zusammenarbeit in enger Abstimmung mit den USA erfolgen und zu einer stärkeren europäischen Verantwortungsübernahme innerhalb eines stärkeren NATO beitragen soll.