SME-D ist ein Branchenverband für kleine und mittlere Unternehmen im schwedischen Verteidigungssektor. In FSN Perspektiv unterbreiten sie Verteidigungsminister Pål Jonson (M) Vorschläge, wie die Verteidigungsbehörden die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen verbessern sollten, um das Gesamtverteidigungssystem (Totalförsvar) des Landes zu stärken.

Angesichts eines zunehmend unruhigen internationalen Umfelds und Schwedens wachsendem Bedarf, seine Gesamtverteidigung zu stärken, wird deutlich, dass das Land vor einer erheblichen Herausforderung steht. Trotz einer einheitlichen Stimme von Behörden, Medien und öffentlichen Foren über die Notwendigkeit, die Verteidigungsbereitschaft zügig aufzubauen, zeigt sich eine beunruhigende Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit – insbesondere im Hinblick auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Diese Unternehmen, die das Rückgrat der schwedischen Innovation bilden, laufen Gefahr, in einer Zeit vernachlässigt zu werden, in der ihre Beiträge mehr denn je gebraucht werden.

Was zunehmend offensichtlich wird, ist, dass Schweden es trotz guter Absichten nicht schafft, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen, um das Potenzial der KMU für die Gesamtverteidigung wirklich zu nutzen. Die Erfahrungen aus der Ukraine haben die Bedeutung des Beitrags dieser Unternehmen zur nationalen Sicherheit und Widerstandsfähigkeit deutlich gezeigt. Dennoch sehen sich KMU in Schweden einer Mauer aus Bürokratie, starren Beschaffungsvorschriften und einem Mangel an agilen Kooperationsinstrumenten gegenüber, die es ihnen verwehren, auf sinnvolle Weise zur schwedischen Verteidigung beizutragen.

Obwohl Schweden über einen gesetzlich und regulatorisch geregelten Prozess für die öffentliche Beschaffung verfügt – was sowohl wünschenswert als auch notwendig ist –, wird deutlich, dass das derzeitige System nicht auf die besonderen Bedürfnisse und Voraussetzungen zugeschnitten ist, unter denen KMU tätig sind. Das System setzt nämlich voraus, dass die Unternehmen entweder die Kapazitäten für ein eigenständiges Angebot oder die Ressourcen besitzen, um gemeinsam mit mehreren Unternehmen ein Angebot zusammenzustellen. Bereits an diesem Punkt werden zahlreiche KMU ausgeschlossen, da ihnen genau diese Art von Ressourcen fehlt – das liegt in der Natur der Sache.

Das aktuelle Regelwerk spiegelt zudem eine Friedenszeitwirtschaft wider und berücksichtigt nicht die schnellen und flexiblen Maßnahmen, die Krisensituationen und Verteidigungskontexte erfordern. Den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) und der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (Försvarets materielverk, FMV) fehlen die Instrumente, die erforderlich sind, um KMU effektiv in die Verteidigungsplanung und Beschaffung einzubeziehen, was letztendlich für Schweden sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch kostspielig werden kann.

Als Beispiel seien Schwedens KMU im Bereich der Drohnentechnologie genannt. Hier gibt es Unternehmen, die die Entwicklung mit innovativer Technologie anführen – ein Unternehmen ist für die Fertigung zuständig, ein anderes für die Bildverarbeitung, ein drittes für die Kommunikation. Die Möglichkeit dieser Unternehmen, zusammenzuarbeiten und Synergien zu schaffen, die Schwedens Verteidigung stärken könnten, ist eine Ressource, die heute ungenutzt bleibt.

Mit anderen Worten stehen wir an einem kritischen Scheideweg, an dem Schweden die Möglichkeit hat, die Innovationskraft und technische Expertise der KMU des Landes wirklich zu nutzen. Durch die Anpassung von Beschaffungsprozessen, die Schaffung von Anreizen für Kooperationen und die Sicherstellung, dass diese Unternehmen in Krisensituationen schnell handeln können, kann Schweden eine stärkere und widerstandsfähigere Verteidigung gewährleisten. Damit dies Wirklichkeit wird, bedarf es jedoch einer entschlossenen Führung, die bereit ist, alte Strukturen zu überdenken und Handeln über Worte zu stellen.

Es ist Zeit für einen Wandel, und dieser muss von oben geführt werden. Wir, der Branchenverband für kleine und mittlere Unternehmen im Verteidigungssektor, möchten daher Verteidigungsminister Pål Jonson auffordern, den zuständigen Behörden so bald wie möglich den Auftrag zu erteilen, praktische Instrumente und Methoden zu entwickeln, um sicherzustellen, dass alle denkbaren Innovationen und Handlungskapazitäten für die schwedische militärische Verteidigung genutzt werden.