Woche 5 des Jahres 2026 war geprägt von umfangreichen Beschaffungen, industriellen Meilensteinen und einer vertieften nordischen Verteidigungskooperation. Norwegen schloss einen der größten Verträge der Woche ab, Dänemark realisierte mehrere Materialprojekte und auf EU-Ebene wurden die Rahmenbedingungen für die künftige Verteidigungsfinanzierung festgelegt. Nachfolgend eine zusammenfassende Übersicht aller Meldungen der Woche.
Domänen
Marine
- 14 Küstenstaaten warnen vor russischer Schattenflotte: Schweden, Großbritannien und zwölf weitere Nationen rund um die Ostsee und die Nordsee haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Schifffahrtsbranche Russland als Quelle zunehmender Störungen der Satellitennavigation (GNSS, Global Navigation Satellite System) und der Manipulation von AIS-Daten (Automatic Identification System) benannt. Die Länder fordern eine strengere Einhaltung internationaler Schifffahrtsvorschriften sowie die Entwicklung alternativer Navigationssysteme. Mehr lesen
- Defensor wird Mehrheitseigentümer von Zulu Marine: Die Defensor Group AB hat einen Vertrag über eine gezielte Kapitalerhöhung bei der Zulu Marine AB unterzeichnet und wird damit Mehrheitseigentümer. Die Investition soll für den Ausbau der Produktionskapazität und die Entwicklung neuer Bootsmodelle für Behördenzwecke genutzt werden, unter anderem für die schwedische Wasserpolizei. Mehr lesen
Luft
- Norwegen baut Wartungszentrum für Radar auf Værnes: Forsvarsbygg (norwegische Verteidigungsbauorganisation) hat mit dem Auftragnehmer Siero AS einen Vertrag über den Bau eines regionalen Wartungszentrums auf der Luftwaffenbasis Værnes (Zentralnorwegen) im Wert von 41,2 Millionen norwegischen Kronen geschlossen. Der Baubeginn ist für Februar 2026 geplant, die Fertigstellung für Januar 2027. Das Projekt ist Teil einer Initiative zum Bau von elf neuen Radaranlagen. Mehr lesen
- Europäisches Parlament verabschiedet Bericht zur Drohnenkriegsführung: Der Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung (SEDE) des Europäischen Parlaments hat einen Bericht verabschiedet, der die Notwendigkeit betont, die Abhängigkeit der EU von chinesischen Komponenten zu verringern, eine europäische Drohnenabwehr zu etablieren und die Lehren aus dem Ukraine-Krieg zu integrieren. Der Bericht fordert zudem einen vereinfachten bürokratischen Rahmen für eine schnellere Beschaffung. Mehr lesen
Land
- Erstes Archer 8x8 rollt bei BAE Systems Bofors vom Band: Das erste Archer 8x8-Artilleriesystem hat das Werk von BAE Systems Bofors verlassen und steht vor der Auslieferung an die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV, Försvarets materielverk) und den Endkunden, die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten). Geschäftsführerin Lena Gillström hob den Einsatz der Mitarbeiter und die Zusammenarbeit mit der FMV hervor. Mehr lesen
- Norwegen unterzeichnet 19-Milliarden-Vertrag mit Hanwha: Die norwegische Regierung hat beschlossen, einen Vertrag mit dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha über die Lieferung von 16 Raketenartilleriesystemen, Raketen und logistischer Unterstützung für die bodengestützte Bekämpfung von Zielen auf große Distanz zu schließen. Der Vertrag hat einen Wert von 19 Milliarden norwegischen Kronen und umfasst eine Produktion in Polen sowie ein industrielles Kooperationsabkommen mit norwegischen Unternehmen. Mehr lesen
- FMV, Saab und BAE Systems entwickeln Mikrofabrik: Die FMV, BAE Systems Hägglunds und Saab haben gemeinsam eine Mikrofabrik für den 3D-Druck von Ersatzteilen im Feldeinsatz entwickelt. Das System, das während der Winter Demo Days 2026 vorgestellt wurde, besteht aus vier miteinander verbundenen Containern und soll die Fertigung zugelassener Komponenten bei unterbrochenen Lieferketten ermöglichen. Mehr lesen
- Forsvarsbygg errichtet 48 Offiziersunterkünfte bei Porsangmoen: Forsvarsbygg plant den Bau von zwei neuen Wohngebäuden mit insgesamt 48 Wohnräumen auf dem Militärstützpunkt Porsangmoen in Nordnorwegen. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2026 geplant, die Fertigstellung für November 2027. Mehr lesen
- Dänemark testet VR-System zur Drohnenabwehr: Das dänische FMI (Forsvarsministeriets Materiel- og Indkøbsstyrelse, Dänische Beschaffungs- und Logistikorganisation der Verteidigung) hat VR-Systeme des schwedischen Unternehmens GAIM und des dänischen Unternehmens Kanda beschafft, um das Potenzial dieser Technologie für die Ausbildung zur Drohnenabwehr zu evaluieren, unter anderem mit der Benelli M4 und dem Sturmgewehr M/25. Die Testphase läuft bis zum Sommer. Mehr lesen
- Dänemark führt neue 120-mm-Munition für CARDOM10 ein: Die dänische Armee führt neue moderne 120-mm-Munition für das schwere Mörsersystem CARDOM10 ein, das auf der Piranha 5-Plattform integriert ist. Die Munition bietet eine größere Reichweite und ersetzt die ältere Sprenggranat M/50. Eine inländische Produktion ist ab 2027 geplant. Mehr lesen
- Dänemark beschafft radgetriebene Leguan-Brückenlegepanzer: Dänemark hat mit KNDS einen Vertrag über die Beschaffung radgetriebener Leguan-Brückenlegepanzer im Wert von 33 Millionen Euro unterzeichnet, einschließlich einer Option auf weitere Käufe. Die Fahrzeuge ergänzen die bestehenden Leguan-Systeme auf Basis des Leopard 2. Mehr lesen
- Rekordinteresse am dänischen Heimwehr 2025: Das dänische Heimwehr (Hjemmeværnet) rekrutierte im Jahr 2025 insgesamt 2.314 Freiwillige, ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2024. Dies ist das größte Wachstum seit 1983, wie Generalmajor Gunner Arpe Nielsen mitteilte. Mehr lesen
- Dänemark bestellt weitere Scania-Lastkraftwagen: Das FMI hat die Zusammenarbeit mit Scania verlängert und weitere Lastkraftwagen mit Lieferbeginn 2026 bestellt. Der Vertrag umfasst Fahrzeuge, Ausbildung und Service, womit die dänische Verteidigung zum mit Abstand größten Scania-Nutzer auf dem dänischen Markt wird. Mehr lesen
- 1.360 finnische Frauen bewarben sich um freiwilligen Militärdienst: Insgesamt 1.360 Frauen bewarben sich in Finnland für den freiwilligen Militärdienst im Jahr 2026, ein Wert auf dem Niveau der Vorjahre. Der freiwillige Dienst besteht seit über 30 Jahren und hat rund 14.800 Frauen für die Reserve ausgebildet. Mehr lesen
Cyber
- Finnisches Bittium unterzeichnet Vertrag mit NATO: Das finnische Technologieunternehmen Bittium hat ein Basic Ordering Agreement (BOA, Rahmenbestellabkommen) mit der NATO Communications and Information Agency (NCIA) geschlossen. Das Abkommen bestimmt Bittium zum bevorzugten Lieferanten sicherer mobiler Kommunikationslösungen, einschließlich der Tough Mobile-Smartphones, für die NATO und ihre Mitgliedsländer. Mehr lesen
Politik & Strategie
- Henrik Graff-Hedberg zum Senior Advisor ernannt: Nordic Defence Sector hat Henrik Graff-Hedberg als ersten Senior Advisor in den Advisory Board des Unternehmens berufen. Er soll strategische Beratung sowie Erfahrung aus dem Verteidigungssektor, der Verteidigungspolitik und der Kommunikation einbringen. Mehr lesen
Industrie
- Finnland schreitet im EU-Verteidigungsprogramm SAFE voran: Die EU-Kommission hat die nationalen Pläne Finnlands und sieben weiterer Länder im Rahmen des SAFE-Programms genehmigt, das Darlehen in Höhe von insgesamt 150 Milliarden Euro umfasst. Insgesamt wurden nun 16 von 19 eingereichten Plänen genehmigt, wobei Polen der größte Empfänger der Mittel ist. Mehr lesen
- FOI warnt vor Defiziten in der schwedischen Biotechnologie: Das Schwedische Verteidigungsforschungsinstitut (FOI, Totalförsvarets forskningsinstitut) hat dem Verteidigungsministerium eine Risikobewertung vorgelegt, die feststellt, dass die schwedische Biotechnologie durch Kapitalmangel und unklare Anforderungen gehemmt wird. Das FOI warnt davor, dass Produktion und Eigentümerschaft ins Ausland verlagert werden könnten, und empfiehlt klarere Bereitschaftsverträge. Mehr lesen
- Finnland eröffnet neuen NATO-Unternehmensaccelerator: Am 22. Januar wurde in Otaniemi (Espoo, Finnland) ein neuer Accelerator im Rahmen der NATO DIANA-Initiative (Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic) eröffnet. Der Betrieb wird von VTT in Zusammenarbeit mit der Aalto-Universität und der Universität Helsinki geleitet und konzentriert sich auf künftige Kommunikationssysteme und Quantentechnologie. Mehr lesen
- Staatlicher Plan für neue norwegische Sprengstoffabrik: Die norwegische Regierung hat beschlossen, die Planung einer neuen Anlage für militärische Sprengstoffe als staatliches Regulierungsplanverfahren durchzuführen. Das Kommunal- und Distriktsdepartement wird als zuständige Planungsbehörde benannt. Das Projekt wird mit nationalen Interessen und der Notwendigkeit begründet, die Lieferfähigkeit an die NATO sicherzustellen. Mehr lesen
Woche 5 verdeutlicht die Breite der nordischen Verteidigungsarbeit: von strategischen Milliardenverträgen und industriellen Durchbrüchen bis hin zu Rekrutierungsrekorden und EU-Finanzierung. Alle Meldungen spiegeln eine Region wider, die weiterhin kraftvoll in ihre Verteidigungsfähigkeit investiert.

