Der schwedische Verteidigungsausschuss (Försvarsberedningen) übergab am 12. Juni seinen Teilbericht Verschärfte Lage – aktuelles Lagebild im Gesamtverteidigungsbereich und im internationalen Umfeld (Ds 2026:12). Der Ausschuss beurteilt die sicherheitspolitische Lage als weiterhin ernst und stellt fest, dass der Aufbau der Verteidigung von einem niedrigen Niveau aus erfolgt.
„Die sicherheitspolitische Lage ist weiterhin ernst und von erheblicher Unsicherheit geprägt", schreibt der Verteidigungsausschuss in dem Bericht.
Der Ausschuss stellt fest, dass die Situation nicht auf den Stand vor Russlands vollständiger Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zurückkehren wird. Russland wird als die größte Bedrohung für Schweden bezeichnet, sowohl durch militärische Mittel als auch durch hybride Angriffe wie Geheimdienstaktivitäten, Einflussoperationen und Sabotage. Auch China und Iran betreiben laut dem Bericht sicherheitsgefährdende Aktivitäten gegen Schweden.
Der Bericht beschreibt eine veränderte amerikanische Politik. Dem Ausschuss zufolge ist das Handeln der USA in zunehmendem Maße von Unberechenbarkeit, Transaktionalismus und einer größeren Bereitschaft geprägt, militärische Machtmittel eigenständig einzusetzen, während sich der Fokus gleichzeitig in Richtung der indopazifischen Region verschiebt.
Der Ausschuss verfolgt zudem den Gesamtverteidigungsbeschluss von 2024 und die Integration Schwedens in die NATO, einschließlich der festgelegten Fähigkeitsziele (Capability Target 2025). Dazu gehört auch die parteiübergreifende Vereinbarung vom Juni 2025, in der 50 Milliarden Schwedische Kronen für zivile Infrastruktur sowie die Bevorratung von Lebensmitteln, Arzneimitteln und Treibstoffen bereitgestellt wurden.
Auf militärischer Seite lautet die Kernbotschaft, dass der Aufbau von einem niedrigen Niveau aus erfolgt und dass der Ausgangszustand in mehreren Bereichen schlechter war als bisher bekannt, insbesondere hinsichtlich des Zustands und der Verfügbarkeit von Ausrüstung und Gerät. Die Kriegsorganisation soll so weit wie möglich bis 2030 einsatzbereit sein, muss jedoch auch danach weiter gestärkt werden.
Im Kapitel über Wachstumshemmnisse hebt der Ausschuss die Zeit als entscheidenden Faktor hervor und fordert eine Beschleunigung von Entscheidungen, eine Erhöhung der finanziellen Flexibilität sowie eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren. Die strategische Rolle der Verteidigungsindustrie wird ausführlich behandelt. Dem Bericht zufolge machten die Exporte im Jahr 2025 rund 54 Prozent der Gesamteinnahmen aus Verteidigungsmaterial in Schweden aus, was einem Wert von 28 Milliarden Schwedischen Kronen bei einem Gesamtumsatz von 52 Milliarden Schwedischen Kronen entspricht.
Der Teilbericht ist nicht das abschließende Ergebnis des Ausschusses. Der Verteidigungsausschuss beantragt eine Verlängerung seiner Arbeitszeit und plant, seinen Abschlussbericht im Frühjahr 2027 vorzulegen.

