Der brasilianische Verteidigungsminister José Múcio Monteiro Filho besuchte Schweden vom 1. bis 4. Juni 2026 auf Einladung des schwedischen Verteidigungsministers Pål Jonson. Die beiden Minister erörterten die bilaterale Verteidigungszusammenarbeit mit Schwerpunkt auf der Luftfahrtindustrie und den laufenden Verhandlungen über eine zusätzliche Gripen-Beschaffung.
Gemäß einer gemeinsamen Erklärung der schwedischen Regierung hoben die Minister die luftfahrtindustrielle Zusammenarbeit als zentrales Element der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern hervor. Die Zusammenarbeit basiert auf einem Abkommen aus dem Oktober 2014 zwischen der brasilianischen Luftwaffe und Saab, das die Beschaffung von 36 Kampfflugzeugen des Typs Saab Gripen E/F umfasst.
Die Minister gaben an, dass Verhandlungen über eine Änderung des bestehenden Abkommens sowie über einen möglichen Kauf von weiteren 20 Kampfflugzeugen des Typs Saab Gripen E/F liefen, um den für die nationale Verteidigung Brasiliens ermittelten Anforderungen gerecht zu werden.
Die beiden Länder prüften zudem einen Vorschlag für einen neuen Rahmen für die technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit durch die Einrichtung eines Innovationszentrums zur Entwicklung neuer Systeme und Ausrüstungen für Betrieb, Wartung und Modernisierung von Gripen-Flugzeugen. Die Regierung erklärt, dass diese Initiative dazu beitragen soll, die brasilianische Verteidigungsindustriebasis zu stärken.
Die Minister begrüßten außerdem Schwedens Entscheidung zur Beschaffung des Flugzeugs C-390 Millennium und bezeichneten dies als weiteren Schritt in der bilateralen Verteidigungszusammenarbeit.
In der Erklärung wurden zwei Meilensteine hervorgehoben: Im März 2026 fand in Gavião Peixoto die Präsentation des ersten in Brasilien gefertigten Gripen-Flugzeugs statt, und am 2. Juni 2026 rollte das erste F-39F-Flugzeug (zweisitzige Version) aus Saabs Werk in Linköping (Südschweden).
Der Besuch fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Brasilien und Schweden statt.

