Es ist nun offiziell: Der Eurofighter EK (Elektronischer Kampf) ist in Entwicklung, schreibt Airbus in einer Pressemitteilung vom 29. November. Airbus soll 15 deutsche Eurofighter für eine elektronische Kampfführungsrolle ausrüsten, und Saabs Arexis-System ist nun als Teil des Systems bestätigt.

Im Juni teilte die deutsche Beschaffungsorganisation der Bundeswehr (BAAINBw – Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) mit, dass Saabs Arexis als bevorzugte Sensorlösung für eine elektronische Kampfvariante des Kampfflugzeugs Eurofighter ausgewählt wurde. Saab hatte jedoch weder einen Vertrag unterzeichnet noch einen Auftrag im Zusammenhang mit dieser Entscheidung erhalten, wie Försvarssektorn Nyheter zuvor berichtet hatte.

Die Rolle des elektronischen Kampfflugzeugs der Luftwaffe wurde bisher vom Tornado Electronic Countermeasures and Reconnaissance (ECR) übernommen, in den Saab zuvor verschiedene Systeme integriert hatte, der jedoch nun schrittweise ersetzt werden soll.

Saab selbst beschrieb Arexis im Juni als „[…] eine modulare Lösung für elektronische Kriegsführung, die auf fortschrittlicher Hard- und Software mit ausgefeilten KI-Algorithmen basiert und dem Nutzer überlegene Fähigkeiten in komplexen elektromagnetischen Umgebungen verleiht."

– Elektronische Kampfführung und Aufklärung sind wichtige NATO-Anforderungen: Aktuelle Konflikte und die gegenwärtige Sicherheitslage zeigen, wie bedeutend diese beiden Fähigkeiten sind, sagt Michael Schöllhorn, Vorstandsvorsitzender des Geschäftsbereichs Defence and Space bei Airbus, in der Pressemitteilung von Airbus.

Mit Saabs Sender-Ortungssystem und der Anti-Radar-Rakete AARGM (Advanced Anti-Radiation Guided Missile) von Northrop Grumman wird der Eurofighter EK in der Lage sein, Luftabwehrradare zu erfassen, zu orten und auszuschalten. Darüber hinaus verfügt die Saab-Lösung über Störausrüstung, die den Selbstschutz des Eurofighters verbessert, schreibt Airbus.

Der Eurofighter EK verfügt zudem über Technologien, die von kleinen und mittleren Unternehmen sowie einem Start-up entwickelt wurden. Dazu gehört eine KI-Lösung, die eine Analyse von Radardaten an Bord ermöglicht und schnell präzise Selbstschutzmaßnahmen bestimmt, so Airbus weiter.

Helsing, ein deutsches Verteidigungs-Start-up, das mit Saab zusammenarbeitet, um das System zu liefern, hat in Schweden bereits große Aufmerksamkeit erregt. Vor etwas mehr als zwei Jahren investierte Spotify-Gründer Daniel Ek eine Milliarde Schwedische Kronen in das Start-up und wurde Mitglied des Vorstands. In einer Pressemitteilung von Helsing vom 16. Juni erklärt Mitgründer Gundbert Scherf, dass der anhaltende Krieg in der Ukraine zeige, dass Cyberkriegsführung eine entscheidende Rolle spiele und dass KI mittlerweile eine grundlegende Funktion in der modernen elektronischen Kriegsführung einnehme.