Saab hat das erste Exemplar der Gripen F, der zweisitzigen Version der Gripen E, im Rahmen einer Zeremonie in der Betriebsanlage des Unternehmens in Linköping (Südschweden) vorgestellt. Das Flugzeug wurde in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Industrie entwickelt und ist sowohl für die Ausbildung als auch für operative Einsätze vorgesehen. Es wurde zudem von Thailand und Kolumbien bestellt.
Laut einer Pressemitteilung von Saab hat Brasilien im Rahmen der Zusammenarbeit, die im Zuge der Gripen-Bestellung des Landes 2014 etabliert wurde, eine aktive Rolle bei der Entwicklung der Gripen F gespielt. Das Programm umfasste zudem den Technologietransfer sowie die Ausbildung brasilianischer Ingenieure und Techniker.
„Die Einführung der Gripen F ist eine gemeinsame Leistung von Saab, der brasilianischen Industrie und der brasilianischen Luftwaffe und spiegelt das tiefe Vertrauen wider, das wir über viele Jahre gemeinsam aufgebaut haben. Die gemeinsame Entwicklung dieses Flugzeugs zeigt, wie ausgereift unsere Zusammenarbeit ist", sagt Lars Tossman, Leiter des Geschäftsbereichs Aeronautics bei Saab, in der Pressemitteilung.
Die Gripen F basiert auf derselben Plattform wie die Gripen E, verfügt jedoch über ein zweites Cockpit, das laut Saab sowohl die Pilotenausbildung als auch den operativen Einsatz im selben Flugzeug ermöglichen soll. Der hintere Cockpitsitz kann während der Ausbildung von einem Fluglehrer oder während eines Einsatzes von einem zusätzlichen Besatzungsmitglied genutzt werden.
Bevor das Flugzeug an die brasilianische Luftwaffe ausgeliefert wird, muss es eine sogenannte Flugerprobungskampagne durchlaufen.
Der Vertrag zwischen Saab und Brasilien umfasst insgesamt 36 Gripen-Flugzeuge, davon 28 Gripen E und acht Gripen F. Die Lieferungen begannen 2020, und laut Saab wurden bislang elf Flugzeuge an die brasilianische Luftwaffe übergeben.

