Polen hat einen Vertrag über die Beschaffung von drei A26-U-Booten von Saab unterzeichnet. Das Geschäft umfasst auch Waffen-, Ausbildungs- und Unterstützungspakete und wird durch ein schwedisches Unterstützungsprogramm sowie die Leasingvergabe des U-Boots HMS Södermanland für einen Übergangszeitraum ergänzt.
Laut Saab hat das Unternehmen einen Vertrag mit der Beschaffungsbehörde des polnischen Verteidigungsministeriums über die Produktion und Lieferung von drei A26-U-Booten abgeschlossen. Der Auftrag hat einen Wert von rund 47 Milliarden Schwedischen Kronen und umfasst auch Waffenpakete, Ausbildung und Support. Die Lieferungen sollen schrittweise erfolgen, mit einer geplanten Abschlusslieferung bis 2038.
„Wir sind sehr geehrt, dass Polen U-Boote von Saab gewählt hat, um seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken und die strategische Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern zu vertiefen. Die drei A26-U-Boote erfüllen Polens aktuelle und künftige Verteidigungsbedürfnisse und werden eine zentrale Rolle bei der Erhöhung der Sicherheit in der Ostseeregion spielen", sagt Saabs Vorstandsvorsitzender und Konzernchef Micael Johansson in einer Pressemitteilung von Saab.
Saab gibt außerdem an, dass das Unternehmen beabsichtigt, in Polen Kapazitäten für Wartung, Reparatur und Überholung (MRO, Maintenance, Repair and Overhaul) in Zusammenarbeit mit der polnischen Industrie aufzubauen, um den Betrieb der U-Boote über den gesamten Lebenszyklus zu unterstützen.
In einer Pressemitteilung der schwedischen Regierung wird angegeben, dass Schweden und Polen gleichzeitig ihre Sicherheits- und Verteidigungskooperation vertiefen. Als Teil der Vereinbarung wird Polen das schwedische U-Boot HMS Södermanland bis 2032 leasen, um eine operative Unterwasserfähigkeit aufrechtzuerhalten, bevor die neuen U-Boote geliefert werden. Schweden soll das polnische U-Boot-Programm zudem zwischen etwa 2027 und 2038 unterstützen, unter anderem indem polnischem Personal Zugang zu den Test- und Erprobungsaktivitäten mit HMS Blekinge und HMS Skåne gewährt wird.
„Die schwedisch-polnische U-Boot-Kooperation wird die Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum in beiden Ländern stärken und Tausende von Arbeitsplätzen sowohl in Polen als auch in Schweden schaffen", sagt Ministerpräsident Ulf Kristersson in der Pressemitteilung.
„Polens Wahl des A26 basiert auf den einzigartigen Eigenschaften des U-Boots, die speziell für die anspruchsvollen Bedingungen in der Ostsee entwickelt wurden. Das flache Gewässer, komplexe Bodenstrukturen und begrenzte Operationsräume stellen hohe Anforderungen an Tarnfähigkeit, Manövrierfähigkeit und Ausdauer. In diesen Bereichen bietet der A26 fortschrittliche Lösungen", sagt Verteidigungsminister Pål Jonson in derselben Pressemitteilung.
Laut der polnischen Beschaffungsbehörde soll das erste U-Boot ab 2031 geliefert und nach Ausbildung der polnischen Besatzung sowie abgeschlossenen Seeerprobungen im Jahr 2032 in den operativen Dienst übernommen werden. Die drei U-Boote sollen für Operationen in der Ostsee ausgerüstet werden, unter anderem mit Torpedos, Minenlegekapazität und Unterstützung für Spezialverbandseinsätze. Die Behörde gibt außerdem an, dass der Vertrag einen Technologietransfer an die polnische Verteidigungsindustrie für künftige Wartung, Reparaturen und Modernisierungen umfasst.
Die polnische Beschaffungsbehörde hat darüber hinaus einen separaten Vertrag mit der schwedischen Rüstungsbehörde FMV (Försvarets materielverk, Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial) über das Leasing eines U-Boots der Södermanland-Klasse abgeschlossen, das nach abgeschlossener Besatzungsausbildung 2027 von der polnischen Marine in Dienst gestellt werden soll.
Das Geschäft folgt dem Prozess, der im November 2025 eingeleitet wurde, als Polen Schweden als Partner im U-Boot-Programm ORKA auswählte. Im Dezember desselben Jahres unterzeichneten die Verteidigungsminister beider Länder ein Memorandum of Understanding, das die Grundlage für die weiteren Verhandlungen legte, wie Nordic Defence Sector zuvor berichtet hat.

