Die norwegische Armee hat ein neues umfassendes Drohnenprogramm im Wert von 1,5 Milliarden norwegischen Kronen gestartet. Die Initiative umfasst die Entwicklung und Erprobung von Aufklärungs- und Angriffsdrohnen sowie neuer Schwarmtechnologie. Das Norwegische Verteidigungsforschungsinstitut (Forsvarets forskningsinstitutt, FFI) hat die zugrunde liegende Software für das erste System entwickelt, das nun in Betrieb genommen wird.

Im Rahmen des diesjährigen Army Summit in Oslo (Norwegen) stellte Armeechef Lars S. Lervik das neue Programm vor. Ziel ist es, die Landstreitkräfte der Zukunft aufzubauen und die Erfahrungen aus der Ukraine zu nutzen.

– Sie sind weltweit führend auf diesem Gebiet und setzen Drohnen heute in allen Domänen ein – zu Land, in der Luft und auf See, sagt Lervik auf der Website der norwegischen Streitkräfte (Forsvaret).

Das Programm bündelt alle Drohnenaktivitäten der Armee unter einer neuen Funktion, die von Oberst Kai Solem geleitet wird, einschließlich der Ausbildung neuer Drohnenpiloten und der Unterstützung der Ukraine über eine internationale Fähigkeitskoalition.

– Das Ziel ist, dass Drohnen für Soldaten und Einheiten in der gesamten Armee zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags werden, sagt Lervik.

Das FFI hat gleichzeitig die erste Lieferung eines norwegisch entwickelten Drohnenschwarms präsentiert, dessen Software in Kjeller (bei Oslo, Norwegen) entwickelt und an das Unternehmen Six Robotics lizenziert wurde. Der Schwarm besteht aus kooperierenden Drohnen, die gemeinsam Aufgaben ausführen können, was den Bedarf an manueller Steuerung reduziert und die Effizienz erhöht.

– Wir haben uns darauf konzentriert, wie ein Bedienerteam mehrere Drohnen gleichzeitig einsetzen kann. Das Ziel ist, dass der Bediener nicht jede Einheit einzeln steuern muss, sagt Rikke Seehuus, Forschungsleiterin beim FFI, in einer Pressemitteilung.

Laut FFI ist die Technologie das Ergebnis langfristiger Forschung im Bereich autonomer Systeme, wobei die Schwarmtechnik auf früheren Projekten aufbaut, darunter das autonome Unterwasserfahrzeug Hugin.

– Norwegen ist in diesem Bereich weit vorne. Die Kombination aus langfristiger Forschung und enger Zusammenarbeit mit der Verteidigung ermöglicht es uns, schnell praktische Lösungen zu entwickeln, sagt Forschungsdirektor Øyvind Sjøvik beim FFI.

Der nun gelieferte Drohnenschwarm ist eine frühe Version, doch die Weiterentwicklung ist im Gange. Das FFI wurde kürzlich als Norwegens erste Test- und Designorganisation für militärische unbemannte Luftfahrzeuge zugelassen.