Die norwegische Armee hat das Entwicklungskonzept Morgendagens Hær vorgestellt, das die Ausrichtung der Armeeentwicklung bis 2040 festlegt. Sieben Bereiche werden priorisiert, darunter Feuerkraft, elektronische Kriegsführung, künstliche Intelligenz und unbemannte Systeme.
„Wir können nicht warten, bis alle Antworten bekannt sind, bevor wir mit der Weiterentwicklung der Armee beginnen. Wir müssen schneller lernen, neue Lösungen erproben und Erfahrungen in operative Fähigkeiten umsetzen“, sagt Armeechef Generalmajor Lars S. Lervik in der Mitteilung der norwegischen Streitkräfte (Forsvaret).
Das Konzept wurde angesichts einer verschlechterten Sicherheitslage und der Erfahrungen aus der modernen Landkriegführung entwickelt. Laut Forsvaret zeigt der Krieg in der Ukraine unter anderem die Bedeutung von Drohnen, elektronischer Kriegsführung, präzisionsgelenkten Waffen mit großer Reichweite sowie einer engeren Vernetzung von Sensoren und Waffensystemen.
Die sieben priorisierten Bereiche sind Feuerkraft, eine datengetriebene Armee, adaptiver Schutz und Täuschung, Operationsführung im elektromagnetischen Spektrum, KI-gestützte Sensor-Effektor-Netzwerke, Zusammenwirken zwischen bemannten und unbemannten Systemen sowie Durchhaltefähigkeit in einem lang andauernden Konflikt.
Die norwegische Armee möchte zudem die Zusammenarbeit mit der Verteidigungsindustrie verändern. Unternehmen sollen früher in die Beschaffungsprozesse eingebunden werden und dazu beitragen, Lösungen auf Basis operativer Bedarfe zu entwickeln. Das Konzept spricht sich außerdem für spezielle Prozesse zur schnellen Innovation, frühe Prototypen und systematische Felderprobungen aus. Dies soll unter anderem kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Lieferungen an die Streitkräfte erleichtern.
Bei ausgereiften Produkten sollen gemeinsame und standardisierte Lösungen bevorzugt werden. Die Armee spricht sich für Materialgleichheit mit nordischen und anderen engen Verbündeten sowie für gemeinsame Beschaffungen aus, wo dies zweckmäßig ist.
Morgendagens Hær ersetzt ein früheres Konzept aus dem Jahr 2021. Das Dokument ist kein detaillierter Plan für künftige Beschaffungen, sondern soll Priorisierungen, Erprobungstätigkeiten und die langfristige Fähigkeitsentwicklung leiten.

