Norwegen bestellt 20 Patria 6x6 im Rahmen des multinationalen CAVS-Programms. Die Fahrzeuge sollen in der Führungsvariante geliefert und mit Kongsbergs ferngesteuerter Waffenstation Protector RS4 ausgestattet werden. Die Lieferungen sollen bereits 2026 beginnen.

Laut einer Pressemitteilung der norwegischen Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell enthält der Vertrag zudem eine Option auf weitere 40 Fahrzeuge im Wert von rund einer Milliarde norwegischen Kronen. Dies ergibt einen möglichen Gesamtvertragswert von etwa 1,5 Milliarden norwegischen Kronen.

Die Beschaffung markiert zugleich den Beginn der Einführung einer neuen standardisierten Fahrzeugfamilie im norwegischen Heer. Der Patria 6x6 erhält die norwegische Typenbezeichnung XA-330N und kann unter anderem für Truppentransport, Krankentransport, Aufklärung sowie Führung konfiguriert werden.

Laut dem Chef des Heeres, Generalmajor Lars Lervik, wird Norwegen zunächst hauptsächlich Sanitätsfahrzeuge erhalten, die denen anderer nordischer Länder entsprechen.

„In der ersten Charge erhalten wir hauptsächlich Sanitätsfahrzeuge, die denen unserer nordischen Kollegen entsprechen. Sie werden unsere Fähigkeit zur medizinischen Evakuierung auf Bataillons- und Brigadeebene im Heer bei Krise und Krieg stärken und sind ein wichtiger Schritt bei der Einführung einer neuen standardisierten Fahrzeugfamilie und dem Aufbau des Heeres", sagt Lars Lervik in der Pressemitteilung von Forsvarsmateriell.

In einer separaten Pressemitteilung von Patria teilt das Unternehmen mit, dass die Bestellung Führungsvarianten (C2) sowie Kongsbergs ferngesteuerte Waffenstation Protector RS4 umfasst, dazu Unterstützung, Ausbildung und Ersatzteile. Patria gibt an, dass die Lieferungen 2026 beginnen sollen.

Die norwegische Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell beschreibt die CAVS-Beschaffung zugleich als Möglichkeit, gemeinsam mit mehreren Verbündeten eine gemeinsame Fahrzeugplattform zu schaffen und dadurch unter anderem Wartung, Ausbildung und Logistik zu vereinfachen.

„Die Grundphilosophie ist, dass dieses Panzerfahrzeug 'gut genug für alle' sein und zur Sicherstellung der Interoperabilität zwischen den Ländern beitragen soll. Das Programm wird Betrieb und Wartung vereinfachen und die Kosten senken", sagt Gro Jære, Direktorin von Forsvarsmateriell, in der Pressemitteilung der Behörde.

CAVS (Common Armoured Vehicle System) wurde 2020 von Finnland und Lettland ins Leben gerufen und umfasst heute auch Schweden, Dänemark, Norwegen, Deutschland und Großbritannien. NDS berichtete im Februar über Patrias Vertrag mit Kongsberg im Wert von rund 140 Millionen Euro für Protector RS4 für über 300 CAVS-Fahrzeuge für Schweden und Deutschland. Die norwegische Bestellung bedeutet, dass nun auch Norwegen RS4 für seine CAVS-Flotte beschafft.