Die norwegische Regierung hat beschlossen, dass die Planung einer neuen Anlage für militärische Sprengstoffe als staatlicher Regulierungsplan durchgeführt werden soll. Die Entscheidung wird mit dem nationalen Interesse begründet, die Lieferfähigkeit an die NATO und alliierte Streitkräfte sicherzustellen. Das Kommunal- und Distriktsdepartement wird als zuständige Planungsbehörde benannt.

Der Hintergrund der Entscheidung ist, dass das Projekt als von wesentlicher Bedeutung für Norwegens nationale Interessen eingestuft wird, laut einem Kommuniqué der Regierung. Die Regierung weist darauf hin, dass Interessenkonflikte zwischen lokalen, regionalen und nationalen Ebenen sowie verschiedenen Sektorinteressen bestehen, was einen schnellen und koordinierten Prozess erfordert. Die Initiative wird von der Gemeinde Asker (südwestlich von Oslo, Norwegen) unterstützt, die selbst beantragt hat, dass ein staatlicher Plan angewendet wird.

Laut Verteidigungsminister Tore O. Sandvik hat der Krieg in der Ukraine die sicherheitspolitische Lage grundlegend verändert, was höhere Anforderungen an die Verteidigungsindustrie stellt.

– Die Produktion von hochleistungsfähigen Sprengstoffen ist absolut entscheidend für die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit sowohl norwegischer als auch alliierter Streitkräfte. Die Priorität der Regierung ist es, Norwegens Verteidigungsfähigkeit schnell zu stärken. Wir haben keine Zeit zu verlieren, erklärt Sandvik in einer Stellungnahme.

Im Mittelpunkt der Expansion steht das Unternehmen Chemring Nobel in Asker (südwestlich von Oslo, Norwegen), das von der Regierung als einer der wenigen europäischen Hersteller mit der Kapazität zur Produktion militärischer Sprengstoffe beschrieben wird. Laut Regierung führt der derzeitige Mangel an Sprengstoffen zu Engpässen in der Waffenproduktion, was die strategische Abschreckungsfähigkeit der NATO zu untergraben droht.

– Chemring Nobel und der Staat befassen sich derzeit mit Bewertungen zur Errichtung einer neuen Anlage. Dies soll dazu beitragen, den Bedarf an Sprengstoffen bei europäischen Verbündeten und der NATO zu decken, sagt Verteidigungsminister Sandvik.

Im nächsten Schritt wird die Verwaltungsbehörde Forsvarsbygg (norwegische Verteidigungsbauverwaltung) einen Vorschlag für ein Planprogramm ausarbeiten, der anschließend in die Konsultation geschickt wird. Das Programm soll relevante Alternativen beschreiben und festlegen, welche Folgenabschätzungen erforderlich sind.

Zu den zu untersuchenden Faktoren gehören Auswirkungen auf die Umwelt, Freizeitaktivitäten im Freien, Lärmpegel und Emissionen. Die Regierung betont, dass während der Arbeit ein enger Dialog zwischen dem Staat und der Gemeinde Asker geführt wird, jedoch der Zeitfaktor maßgebend ist.

– Das Projekt soll Norwegens und der NATO-Verteidigungsfähigkeit im Kriegsfall stärken und zu einer glaubwürdigen und wirksamen Abschreckung in Friedenszeiten beitragen, schließt Tore O. Sandvik.