Die Verteidigungsminister Norwegens und der Ukraine haben eine Absichtserklärung zur Einrichtung einer ukrainischen Drohnenproduktion in Norwegen unterzeichnet. Eine Pilotlinie soll bis 2026 betriebsbereit sein und anschließend für erhöhte Kapazitäten ausgebaut werden. Das fertige Material soll an die Ukraine gespendet werden.

Das Projekt findet im Rahmen von Build with Ukraine statt, einer Initiative zur Etablierung ukrainischer Militärproduktion in Partnerländern. Laut dem norwegischen Verteidigungsminister Tore O. Sandvik beinhaltet das Abkommen einen verstärkten Technologieaustausch und eine engere Zusammenarbeit zwischen der norwegischen und ukrainischen Verteidigungsindustrie.

– Das ist genau die Art von Zusammenarbeit, die wir aufbauen wollen – gemeinsame Projekte, die die Verteidigung beider Länder stärken, sagt der ukrainische Verteidigungsminister Denys Shmyhal.

Das Norwegische Verteidigungsforschungsinstitut (FFI – Forsvarets forskningsinstitutt) und die norwegische Industrie werden eingebunden, um Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen des Projekts durchzuführen. Laut FFI-Forschungsdirektor André Pettersen werden Erfahrungen aus der Ukraine in der norwegischen Entwicklung von Drohnenkapazitäten genutzt.

– Die Ukraine teilt ihre Erfahrungen und Technologien mit Norwegen. Wir erhalten eine Produktionskapazität, die unseren Soldaten moderne Drohnen liefern kann. Darüber hinaus eröffnet dies neue Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung, sagt Shmyhal.

Das Drohnenabkommen ist das jüngste in einer Reihe von bilateralen Verteidigungskooperationen zwischen Norwegen und der Ukraine. Beim JEF-Treffen (Joint Expeditionary Force) in Bodø (Nordnorwegen) Anfang November unterzeichneten die Länder zwei weitere Abkommen – eines zwischen Nammo und einem ukrainischen Partner über die gemeinsame Munitionsproduktion in der Ukraine sowie ein staatliches Kooperationsabkommen über die gegenseitige Qualitätssicherung von Verteidigungsmaterial.