Die norwegische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMA) hat einem Konsortium aus Salt Ship Design und Kongsberg Defence & Aerospace (Kongsberg Verteidigungs- und Luft-/Raumfahrtsparte) einen Vertrag zur Entwicklung des Designs einer neuen standardisierten Schiffsklasse für die norwegische Marine und Küstenwache erteilt.

Das Projekt ist Teil des Plans zur Modernisierung der norwegischen Marine. Die neue Schiffsklasse soll in zwei Größen entwickelt werden – ozeangehend und küstennah – und ist darauf ausgelegt, die Anforderungen sowohl der Marine als auch der Küstenwache zu erfüllen. Dies teilt die norwegische FMA in einer Pressemitteilung mit.

– Im aktualisierten Langzeitplan hält die Regierung an ihrem Engagement für die Marine fest. Norwegen benötigt eine moderne und robuste Marineverteidigung, die einem zunehmend komplexen Bedrohungsumfeld begegnen kann. Daher ist dieser Vertrag einer der wichtigen Meilensteine für die Beschaffung einer neuen standardisierten Schiffsklasse, sagt Staatssekretärin Marte Gerhardsen in der Pressemitteilung.

Laut FMA sollen die Schiffe in weitem Umfang auf zivilen Standards und kommerziell verfügbarer Technologie basieren und gleichzeitig für militärische Anforderungen anpassbar sein. Das Design soll zudem modulare Lösungen und die Zusammenarbeit mit autonomen Systemen ermöglichen.

Die FMA teilt außerdem mit, dass die Schiffe in Norwegen entwickelt werden sollen und an Verbündete weiterverkauft werden können.

– Dass wir diese Schiffe in Norwegen entwickeln, ist eine Investition in Sicherheit und Bereitschaft, und gleichzeitig nutzen wir unsere nationale Industrie, die in diesem Bereich weltweit führend ist. Die Schiffe werden auch an unsere Verbündeten verkauft werden, was der norwegischen Industrie große Chancen eröffnet. Dieser Vertrag ist ein wichtiger Schritt vorwärts für uns bei der Beschaffung, Marte Gerhardsen.

Elf Designunternehmen nahmen an der Qualifizierungsphase teil, von denen sechs weiterkamen. Drei Anbieter reichten endgültige Angebote ein, bevor das Konsortium Salt & Kongsberg ausgewählt wurde.

Der aktuelle Vertrag betrifft die Entwicklung eines Konzeptdesigns, das als Grundlage für eine künftige Werftausschreibung dienen soll. Dieser Wettbewerb ist für Herbst 2026 geplant, mit einem vorgesehenen Bauvertrag ab 2027.

Das erste Schiff der neuen Klasse soll 2030 ausgeliefert werden – ein Zeitplan, den die FMA selbst als ambitioniert bezeichnet.