Mehrere nordische Länder melden ihre Teilnahme an Arctic Sentry, das die NATO-Präsenz und Abschreckung in der Arktis und im Nordatlantik stärken soll. Schweden trägt mit dem Kampfflugzeug JAS 39 Gripen bei, während Dänemark und Finnland durch militärische und politische Maßnahmen mitwirken. Die Operation dient als koordinierender Rahmen für mehrere laufende und geplante NATO-Aktivitäten in der Region.

Die NATO hat die Operation Arctic Sentry eingeleitet, eine militärische Aktivität, die nach Angaben des Bündnisses die Abschreckung und Verteidigung in der Arktis und im Hohen Norden stärkt, wie Nordic Defence Sector am Mittwoch berichtete.

Arctic Sentry dient als übergeordneter Rahmen für die Koordinierung laufender und künftiger NATO-Einsätze in der Region. Dazu gehören unter anderem das dänisch geführte Arctic Endurance und die norwegisch geführte Übung Cold Response.

Die NATO betonte am Donnerstag die strategische Bedeutung der Arktis für das Bündnis.

– Die Arktis und der Hohe Norden gewinnen für die kollektive Sicherheit der NATO zunehmend an Bedeutung. Sieben der acht arktischen Staaten sind NATO-Verbündete, was bedeutet, dass das Bündnis ein klares Interesse daran hat, Sicherheit, Stabilität und Zusammenarbeit in der Region zu wahren, erklärte die NATO in einer Pressemitteilung.

Dänemark, Finnland und Schweden haben ihre Teilnahme an der Operation zusammen mit Grönland und den Färöern bekanntgegeben.

Das dänische Verteidigungsministerium teilt mit, dass Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen gemeinsam mit dem färöischen Außen- und Kulturminister Sirið Stenberg sowie der grönländischen Außen- und Forschungsministerin Vivian Motzfeldt an Treffen mit NATO-Verbündeten in Brüssel teilgenommen hat. Dabei wurde erörtert, wie die Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik in Zusammenarbeit mit den übrigen Verbündeten gestärkt werden kann.

– Angesichts der Sicherheitslage sind es sehr gute Nachrichten für uns, dass die NATO nun mit Arctic Sentry eine entscheidende Rolle in der Arktis und im Nordatlantik spielen wird. In enger Abstimmung mit Grönland und den Färöern haben wir zwei arktische Pakete geschnürt, die unter anderem neue arktische Schiffe, Seefernaufklärer und verstärkte Satellitenkapazitäten umfassen, sagt Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen in der Pressemitteilung.

Finnlands Verteidigungsministerium beschreibt Arctic Sentry als Teil der Bündnisarbeit zur Stärkung von Abschreckung und Verteidigung in der Region und verweist auf die Sicherheitslage, einschließlich des russischen Vorgehens und des wachsenden chinesischen Interesses an der Arktis.

– Unser gemeinsames Ziel ist es, die Sicherheit in der arktischen Region zu erhöhen. Finnlands – und die Sicherheit des gesamten Bündnisses – wird gestärkt, wenn unsere Verbündeten ihre Fähigkeiten zum Operieren in der arktischen Region ausbauen, sagt Verteidigungsminister Antti Häkkänen.

Die schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) meldeten Anfang der Woche, dass Schweden JAS 39 Gripen-Kampfflugzeuge auf Island stationiert hat. In einer Pressemitteilung vom selben Tag teilt das schwedische Verteidigungsministerium mit, dass das Land durch die Stationierung von JAS 39 Gripen auch auf Grönland zu Arctic Sentry beiträgt. Darüber hinaus werden schwedische Jägersoldaten für einige Wochen auf Grönland üben, so die schwedischen Streitkräfte.

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson kommentiert die Teilnahme seines Landes in der Pressemitteilung:

– Es stärkt die Abschreckung, schützt unsere gemeinsamen Interessen und trägt zur Stabilität in einer Region bei, die für Europa und die transatlantische Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, sagt Ministerpräsident Ulf Kristersson.

Auch Verteidigungsminister Pål Jonson äußert sich:

– Angesichts der russischen Aufrüstung und der sich vertiefenden Zusammenarbeit zwischen Russland und China muss das Bündnis seine Präsenz und sein Lagebewusstsein in der Arktis stärken. So übernehmen wir Verantwortung für unsere Sicherheit und den Zusammenhalt des Bündnisses, sagt Verteidigungsminister Pål Jonson.

Arctic Sentry wird vom operativen NATO-Hauptquartier in Norfolk, Virginia, an der Ostküste der Vereinigten Staaten, geführt.