Mehrere nordische Länder sind an den neuen multinationalen Kooperationen beteiligt, die die NATO am Donnerstag vorgestellt hat. Die Initiativen umfassen unter anderem ballistischen Raketenabwehr, drohnenbasierte Präzisionsbekämpfung und Lufttüchtigkeit.

Bei einer Zeremonie im NATO-Hauptquartier am 12. Februar begrüßte die stellvertretende Generalsekretärin Radmila Shekerinska vier neue Initiativen. Sie bezeichnete die Maßnahmen als notwendige Schritte zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem NATO-Gipfel in Den Haag 2025.

– Die Initiativen sind ein grundlegender Schritt, um sicherzustellen, dass die Verbündeten über die Fähigkeiten und die Gefechtsbereitschaft verfügen, die zur Verteidigung des Bündnisses erforderlich sind, sagte Radmila Shekerinska laut einer Pressemitteilung.

Dänemark und Norwegen gehören zu den sieben Nationen, die sich auf eine Stärkung der Verteidigung gegen ballistische Raketen geeinigt haben. Das Projekt umfasst die Entwicklung und Beschaffung von Sensoren, Abwehrraketen und taktischen Führungssystemen. Ziel ist es, die bestehende integrierte Luft- und Raketenabwehr (IAMD – Integrated Air and Missile Defence) des Bündnisses zu ergänzen, an der Norwegen kürzlich mit F-35-Kampfflugzeugen teilgenommen hat, worüber NDS berichtet hat.

Dänemark beteiligt sich auch an einem Projekt zur drohnenbasierten Tiefenpräzisionsbekämpfung (drone-based deep precision strike). Fünf Verbündete sollen dabei zusammenarbeiten, um operative Anforderungen effizienter zu gestalten. Laut NATO soll das Projekt zudem neue Mechanismen untersuchen, um nicht-traditionelle Verteidigungsunternehmen in die Entwicklung einzubeziehen.

15 Länder, darunter Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, haben eine Zusammenarbeit im Bereich Lufttüchtigkeit gestartet. Der Schwerpunkt liegt auf gemeinsamen Lösungen für Wartung, Reparatur und Modifikation bei begrenzten Ressourcen.

Schweden hat sich zudem dem Projekt Air Battle Decisive Munitions (ABDM) angeschlossen. Die Initiative wurde 2014 gestartet und umfasst nun 17 Nationen, die bei der Beschaffung von luftgestützter Munition zusammenarbeiten, um eine erhöhte Interoperabilität zu erzielen, so die NATO.