Isar Aerospaces Trägerrakete Spectrum hat Satelliten vom Andøya Spaceport in Norwegen aus in die Umlaufbahn gebracht. Der zivile und kommerzielle Start wurde vor Ort von einem norwegischen Offizier der Weltraumkomponente der Nato begleitet.

Laut einer Pressemitteilung der Nordatlantikvertrags-Organisation (Nato) hob die Spectrum im Rahmen der Mission Onward and Upward um 22.12 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ab. Die Rakete passierte die Kármán-Linie, trennte ihre Stufen und brachte anschließend die Nutzlasten in die Umlaufbahn.

Die Nato bezeichnet den Flug als das erste Mal, dass ein europäisches kommerzielles Raumfahrtunternehmen erfolgreich Satelliten in die Umlaufbahn gebracht hat. Der Start erweitert Europas Startkapazität und schafft einen zusätzlichen Zugangsweg zum Weltraum vom europäischen Kontinent aus.

Oberstleutnant Jørgen Tovsrud, der bei der Space Theatre Component der Nato in Ramstein (Deutschland) Dienst tut, war während der Mission Startleiter.

„Dieser Start ist bedeutsam, weil die Widerstandsfähigkeit der Nato im Weltraum eng mit der Stärke des breiteren Weltraum-Ökosystems verbunden ist", sagt Tovsrud.

Die Nato betont, dass das Bündnis nicht beabsichtigt, ein eigenständiger Weltraumakteur zu werden oder eigene Weltraumfähigkeiten zu entwickeln. Stattdessen verlässt sie sich auf Fähigkeiten, Daten, Produkte und Dienstleistungen der Mitgliedsländer sowie auf einen widerstandsfähigen zivilen und privaten Sektor.

Der Weltraum wurde 2019 von der Nato als operative Domäne anerkannt und unterstützt unter anderem Kommunikation, Navigation, Ortung, Aufklärung und Lageerfassung.