Die Nato führt die Übung Northern Viking 26 auf und um Island mit Streitkräften aus zehn Bündnisstaaten durch. Die Übung konzentriert sich auf die Verteidigung Islands und die strategisch wichtigen Seeverbindungen durch die GIUK-Lücke zwischen Grönland, Island und Großbritannien.

Northern Viking 26 wird von den USA geleitet und ist Teil der umfassenderen Nato-Aktivität Arctic Sentry in den nördlichen Regionen, wie das Alliierte Seestreitkräftekommando der Nato (Allied Maritime Command) berichtet. Luft- und Seestreitkräfte aus den USA, Island, Belgien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Litauen, Deutschland, Norwegen und Polen nehmen an der Übung teil.

Zwei der ständigen Marineverbände der Nato sind beteiligt: die Standing NATO Maritime Group One (SNMG1) und die Standing NATO Mine Countermeasures Group One (SNMCMG1). Die Verbände sollen gemeinsam mit den übrigen Alliierten Operationen auf und unter der Meeresoberfläche sowie Minenräumung üben.

Die SNMCMG1 steht derzeit unter litauischem Kommando und nimmt mit Minenräumfahrzeugen aus Kanada, Deutschland, Litauen und Polen teil. Darüber hinaus sind eine dänische Minenräumeinheit und eine portugiesische Kampfmittelräumgruppe beteiligt. Laut Nato soll die Teilnahme die Fähigkeit stärken, wichtige Seewege offen zu halten und die freie Bewegungsfreiheit im Nordatlantik zu schützen.

„Durch das gemeinsame Üben in einem anspruchsvollen operativen Umfeld stärken wir die Interoperabilität, teilen operative Erfahrungen und verbessern unsere Bereitschaft, zur Sicherheit im Nordatlantik beizutragen", sagt Kapitän zur See Donatas Gečas, Kommandeur der SNMCMG1, in der Pressemitteilung der Nato.

Die GIUK-Lücke umfasst die Meeresgebiete zwischen Grönland und Island sowie zwischen Island und Großbritannien. Die Nato beschreibt das Gebiet als kritischen maritimen Korridor zwischen Nordamerika und Europa. Northern Viking soll den teilnehmenden Streitkräften die Möglichkeit geben, unter den besonderen Bedingungen der Region zu üben und die Fähigkeit zur Durchführung gemeinsamer multinationaler Operationen weiterzuentwickeln.

SNMG1 und SNMCMG1 sind zwei der vier ständigen Marineverbände der Nato und werden laut Nato in hoher Bereitschaft gehalten, unter anderem für maritime Sicherheit, freie Schifffahrt und schnelle Reaktion auf auftretende Bedrohungen.