Die Produktionslinie befindet sich im Embraer-Werk in der Stadt Gavião Peixoto, wo auch das Gripen Design and Development Network (GDDN) und das Gripen Flight Test Center (GFTC) angesiedelt sind. Diese Produktionslinie ist Teil des Technologietransferprojekts, das im Zusammenhang mit dem Kauf der Kampfflugzeuge von Saab durch Brasilien initiiert wurde. Laut Saabs Pressemitteilung haben Embraer-Techniker sowohl theoretische als auch praktische Ausbildung in Saabs Anlage in Linköping (Südschweden) erhalten.
– Der Start der Gripen-Produktionslinie ist ein Meilenstein in unserem Engagement, Technologie und Wissen an die brasilianische Industrie zu übertragen. Hier werden wir 15 der 36 Flugzeuge produzieren, die für die brasilianische Luftwaffe bestimmt sind. Das Ziel ist auch, dass wir hier etwaige zukünftige Gripen-Bestellungen aus Brasilien und anderen Ländern produzieren. Wir möchten, dass Brasilien ein Exportzentrum für Lateinamerika und potenziell andere Regionen wird, sagt Micael Johansson, CEO und Konzernchef von Saab.
– Heute feiern wir nicht nur die Einweihung der Gripen-Produktionslinie, sondern auch den Erfolg der Zusammenarbeit zwischen Saab und Embraer. Diese wächst mit jedem Tag stärker, mit dem gemeinsamen Ziel, unseren Kunden, die brasilianische Luftwaffe, zu bedienen. Embraer hat von Anfang an eine wichtige Rolle im Gripen-Programm gespielt und unter anderem an der Entwicklung der brasilianischen Version des zweisitzigen Flugzeugs mitgewirkt. Als natürliche Weiterentwicklung der Zusammenarbeit hoffen wir, dass wir gemeinsam bald unsere Aktivitäten auf neue Märkte ausweiten können, sagt Bosco da Costa Junior, CEO und Konzernchef von Embraer Defense & Security.
Am 5. Mai meldete die FAB (brasilianische Luftwaffe), dass zwei weitere Flugzeuge auf dem Seeweg aus Schweden geliefert worden waren. Laut dem Hafenunternehmen Portonave trafen die betreffenden Flugzeuge aus Norrköping (Ostschweden) mit dem niederländischen Schiff MV Mitiq ein.
Neben der Einweihung wird Minister Carl-Oskar Bohlin auch den Vizepräsidenten und Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel Geraldo Alckmin, Verteidigungsminister José Múcio sowie den Minister für Integration und Regionalentwicklung Waldez Góes treffen.
Einer der Minister, die Bohlin treffen wird, ist also Verteidigungsminister Múcio, der sich kürzlich positiv über den Kauf weiterer Gripen-Flugzeuge über die 2014 bestellten 36 Maschinen hinaus geäußert hat. Diese Aussage wurde auf der Verteidigungsmesse LAAD 2023 in Rio de Janeiro gemacht. Auf derselben Messe unterzeichneten Saab und Embraer eine Absichtserklärung, über die Försvarssektorn Nyheter bereits berichtet hatte. Gemäß der Absichtserklärung soll Saab Embraer dabei unterstützen, das taktische Transportflugzeug KC-390 in Schweden zu vermarkten, während Embraer im Gegenzug Saab dabei unterstützen soll, neue Möglichkeiten für den Verkauf weiterer Gripen-Flugzeuge an Brasilien und andere lateinamerikanische Länder zu erkunden.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Saab-CEO Micael Johansson, dass das Unternehmen hofft, Kolumbien werde seine Beschaffung von Kampfflugzeugen bald wieder aufnehmen und dabei Saab als Partner wählen. Ein weiteres Land, das er im Interview als langfristig interessant nennt, ist Peru. Während Bohlin derzeit in Brasilien weilt, befindet sich Klima- und Umweltministerin Romina Pourmokhtari laut dem Twitter-Account der schwedischen Botschaft gerade in Kolumbien.

