Litauen und Norwegen haben ein Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit im Rahmen des norwegischen Programms für standardisierte Schiffe unterzeichnet. Das Abkommen eröffnet Litauen die Möglichkeit, norwegisch entwickelte Schiffe für seine Marine zu beschaffen und an der weiteren Entwicklung des Programms teilzunehmen.

Laut einer Pressemitteilung der norwegischen Regierung wurde das Abkommen am Rande des NATO-Gipfels am 8. Juli unterzeichnet. Die Vereinbarung schafft einen zwischenstaatlichen Rahmen für die weitere technische, kommerzielle und industrielle Zusammenarbeit im Bereich standardisierter Schiffe.

Litauen betrachtet das Programm nach Angaben der norwegischen Regierung als bevorzugte Option, um Teile seiner Marineflotte nach 2030 zu ersetzen. Die Planung umfasst vier modulare Schiffe mit zugehörigen Modulsystemen.

Norwegen plant seinerseits die Beschaffung von bis zu 28 standardisierten Schiffen, um mehrere bestehende Schiffsklassen zu ersetzen.

„Norwegen möchte verbündete Nationen in das Projekt einbinden. Wenn mehrere Länder denselben Schiffstyp nutzen, kann dies zu niedrigeren Kosten und besserer Interoperabilität beitragen, nicht nur bei Operationen, sondern auch in den Bereichen Ausbildung, Betrieb und Instandhaltung", sagte Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik in der Pressemitteilung.

Laut der norwegischen Regierung basiert das Programm auf dem Grundsatz, dass die Schiffe „so zivil wie möglich und so militärisch wie nötig" sein sollen. Ziel ist es, die Beschaffungs- und Betriebskosten niedrig zu halten und gleichzeitig die operativen Anforderungen zu erfüllen.

„Es ist nun wichtig, die technische, kommerzielle und industrielle Arbeit fortzusetzen, um zu zeigen, dass standardisierte Schiffe aus Norwegen die beste Wahl für Litauen sind", sagte Tore O. Sandvik.

Das litauische Verteidigungsministerium schreibt in einer Pressemitteilung, dass die Zusammenarbeit die maritime Industrie des Landes stärken soll. Die Absicht ist, dass mindestens 30 Prozent des Projektwertes durch die Beteiligung der nationalen Werft- und Rüstungsindustrie in Litauen erbracht werden. Das Ministerium betont zugleich, dass das Memorandum of Understanding kein verbindliches Kaufabkommen darstellt, sondern die Grundlage für weitere technische, industrielle und kommerzielle Verhandlungen legt.

Nordic Defence Sector berichtete im April, dass die norwegische Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell einem Konsortium aus Salt Ship Design und Kongsberg Defence & Aerospace einen Vertrag zur Ausarbeitung des Designs der neuen standardisierten Schiffsklasse erteilt hat. Dieses Konzeptdesign soll als Grundlage für eine künftige Werftausschreibung dienen, während Norwegen gleichzeitig angekündigt hat, das Schiffsprogramm auch verbündeten Ländern anbieten zu wollen.