Die lettische Regierung erteilte am 13. Januar 2026 ihre konzeptionelle Zustimmung zur Beschaffung des schwedischen radgestützten Artilleriesystems Archer für die nationalen Streitkräfte. Die Entscheidung wurde durch die Genehmigung eines Informationsberichts über die Beschaffung von Systemen für indirektes Feuer getroffen, wie das lettische Verteidigungsministerium mitteilte.
Im Zusammenhang mit der Entscheidung erklärte der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds, dass die Beschaffung des Archer-Systems ein wichtiger Schritt zur Stärkung der nationellen Fähigkeiten im Bereich indirektes Feuer sei und gleichzeitig die bilaterale Verteidigungskooperation mit Schweden vertiefe. Laut Sprūds würde das System gemeinsame Ausbildung und Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern ermöglichen und stelle eine langfristige Investition in die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Lettlands dar.
Hintergrund der Entscheidung war eine Absichtserklärung, die Lettland und Schweden im Juni 2025 unterzeichneten, in der beide Seiten eine gemeinsame Absicht zum Ausdruck brachten, zu einem späteren Zeitpunkt ein zwischenstaatliches Abkommen über den Kauf von 18 Archer-Systemen für die lettischen nationalen Streitkräfte abzuschließen.
Am 16. Januar 2026 wurde zudem eine Roadmap für eine vertiefte Verteidigungskooperation zwischen Lettland und Schweden bei einem Treffen in Riga zwischen den Verteidigungsministern Andris Sprūds und Pål Jonson unterzeichnet. Laut dem lettischen Verteidigungsministerium umfasst die Roadmap eine langfristige Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Ausbildung, gemeinsame Übungen und Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich indirektes Feuer in der Ostseeregion.
Im Zusammenhang damit beschlossen die Länder, bereits vor den Lieferungen nach Lettland eine praktische Zusammenarbeit rund um das Archer-System aufzunehmen. Ab 2026 sollen schwedische Archer-Systeme vorübergehend in Lettland stationiert werden können, und eine gemeinsame Archer-Einheit auf Basis schwedischer 6x6-Systeme wird eingerichtet, um gemeinsame Ausbildungs- und Übungsaktivitäten zu ermöglichen.
Der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson bestätigte die Entwicklung in einem Beitrag auf X, in dem er angab, dass der Besuch in Lettland darauf abzielte, die bilateralen Verteidigungsbeziehungen zu vertiefen. Laut Jonson spiegele sich dies sowohl in Lettlands geplantem Kauf von 18 Archer-Artilleriesystemen als auch in der kürzlich erfolgten Bestellung des Luftabwehrsystems RBS 70 NG von Saab wider. Gemeinsam stärke dies die Sicherheit in der Ostseeregion, so Jonson.

