Große Sprachmodelle können als Unterstützung bei der militärischen taktischen Planung eingesetzt werden, die Technologie weist jedoch noch mehrere Einschränkungen auf. Das zeigen Studien der Schwedischen Verteidigungsforschungsagentur (FOI, Totalförsvarets forskningsinstitut), die gemeinsam mit schwedischen Offizieren durchgeführt wurden.
Im Auftrag der Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) hat die FOI ein auf den militärischen Einsatz zugeschnittenes Sprachmodell entwickelt. Das Werkzeug ist darauf ausgelegt, nach der Methodik der Planung unter Zeitdruck (PUT) zu arbeiten, die in militärischen Planungsprozessen Anwendung findet.
Das Forschungsmaterial basiert auf Umfragen, Beobachtungen und Fokusgruppengesprächen. Das Modell wurde in zwei Studien mit insgesamt 71 Teilnehmern getestet. Die erste Studie wurde an der Spezialoffiziersausbildung in Halmstad (Südwestschweden) durchgeführt, während die zweite im Rahmen des Taktischen Kurses Heer an der Kampftruppenschule in Skövde (Westschweden) stattfand.
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Offiziere hohe Erwartungen an das KI-Werkzeug hatten, und laut den Forschern wurden einige davon erfüllt. Das Werkzeug erwies sich als besonders nützlich für die schnelle Suche in und Zusammenfassung von großen Textmengen, beispielsweise Befehlen, Handbüchern und Vorschriften. Mehrere Teilnehmer empfanden das Modell zudem als nützlichen Sparringspartner für Ideen.
Gleichzeitig hoben die Teilnehmer mehrere Mängel hervor. So wurde es beispielsweise als schwierig empfunden, effektive Anweisungen zu formulieren, und viele waren der Ansicht, dass die Überprüfung der Richtigkeit der Modellantworten zu viel Zeit in Anspruch nehme. Eine weitere Einschränkung betrifft den Umgang mit geografischen Informationen. Das Werkzeug hatte Schwierigkeiten, Karten zu analysieren und Bilder zu interpretieren, was laut den Forschern den Nutzen bei militärischen Analysen mindert.
– Mehrere Teilnehmer beurteilten das KI-Werkzeug als unzureichend bei der Arbeit mit Karten, was die Fähigkeit zur Durchführung von Analysen mit Bezug zu geografischen Informationen naturgemäß einschränkt. Künftige KI-Werkzeuge müssen daher in ein digitalisiertes Führungsunterstützungssystem integriert sein, das Zugang zu Datenströmen von Sensoren auf dem Gefechtsfeld hat, sagt Zackarias Alenljung, Forschungsingenieur bei der FOI.
Die FOI kommt dennoch zu dem Schluss, dass Sprachmodelle bereits heute als Unterstützung bei der taktischen Planung eingesetzt werden können, insbesondere auf höheren Führungsebenen, wo die Informationsmenge groß ist. Gleichzeitig betonen die Forscher, dass die Technologie einer weiteren Entwicklung, Ausbildung und sorgfältigen menschlichen Kontrolle bedarf.
Sie weisen auch auf Sicherheitsfragen hin. In der Studie wurden kommerzielle Sprachmodelle verwendet, was Risiken im Zusammenhang mit Geheimhaltung und Datensicherheit mit sich bringt. Die Forscher unterstreichen daher, dass KI-Werkzeuge als Ergänzung im Planungsprozess betrachtet werden sollten und nicht als Ersatz für menschliche Entscheidungsfindung.

