Die schwedische Regierung hat beschlossen, dass die Schwedische Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV – Försvarets materielverk) die Möglichkeit einer Präsenz in der Ukraine ab Herbst 2024 prüfen soll. Der Beschluss sieht vor, dass die FMV eine Reihe von Beamten in die Ukraine entsenden kann, um das Land vor Ort bei der Beschaffung von Verteidigungsmaterial zu unterstützen. Dies gab Verteidigungsminister Pål Jonson (Moderate Party) auf einer Pressekonferenz am Morgen des 15. August bekannt.

Die erweiterte Rolle der FMV ist Teil der Bestrebungen der Regierung, die Unterstützung für die Ukraine zu intensivieren. Die schwedischen Beamten, die voraussichtlich von der schwedischen Botschaft in Kiew aus arbeiten werden, sollen sich auf die Sicherstellung von Wartung, Ersatzteilen und Logistik für die bereits von Schweden gespendeten Militärhilfen konzentrieren.

– Wir haben der Ukraine umfangreiche militärische Unterstützung geleistet, und dabei spielt die FMV eine wichtige Rolle bei der Sicherung von Versorgungslösungen, sagt Pål Jonson.

Die schwedische Militärhilfe hat bislang aus 16 Unterstützungspaketen im Gesamtwert von 43,5 Milliarden Schwedischen Kronen bestanden. Zu den gespendeten Ausrüstungsgegenständen gehören der Schützenpanzer CV90 (Combat Vehicle 90), der Kampfpanzer Stridsvagn 122 (Leopard 2), Archer-Artilleriesysteme sowie verschiedene Arten von Panzerabwehrraketen und fortschrittlicher Munition. Der neue Auftrag der FMV wird auch die Analyse und Auswertung von Erkenntnissen darüber umfassen, wie dieses Material im Kampfeinsatz abgeschnitten hat.

– Wir möchten diese Erkenntnisse selbstverständlich nach Hause bringen, betont Jonson.

Die Rolle der FMV ist auch damit verbunden, dass Schwedens Ressourcen an Verteidigungsmaterial zunehmend begrenzt werden. Jonson betont, dass Schweden nun den Übergang vollziehen muss, von der Spende von Überschussmaterial hin zur Produktion neuer Ausrüstung speziell für die Ukraine.

– Die FMV wird daher eine entscheidende Rolle beim Aufbau der ukrainischen Beschaffungskapazitäten spielen, sagt er.

Während Schweden seine Unterstützung für die Ukraine ausweitet, treten neue Gesetze in Kraft, die das sogenannte DCA-Abkommen (Defence Cooperation Agreement) ermöglichen, welches dem US-amerikanischen Militär das Recht einräumt, 17 schwedische Militärstützpunkte und Übungsgebiete zu nutzen.

– Es kann sein, dass an einigen der 17 benannten Standorte eine verstärkte militärische Präsenz zu beobachten sein wird, dies wird jedoch selbstverständlich in enger Abstimmung zwischen den US-amerikanischen und den schwedischen Streitkräften erfolgen, sagt Jonson.