Die schwedische Regierung gibt auf ihrer Website bekannt, dass am 29. März ein Treffen des Wirtschaftsrats stattfand, der dazu beitragen soll, die öffentlich-private Zusammenarbeit in gemeinsamen Fragen zu verbessern, die das Gesamtverteidigungssystem (Totalförsvar) und die Krisenbereitschaft in Schweden stärken. Laut der Regierungswebsite beschrieben Oberbefehlshaber Micael Bydén und Charlotte Petri Gornitzka, Generaldirektorin der Behörde für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement (MSB – Myndigheten för samhällsskydd och beredskap), die internationale Lage aus militärischer bzw. ziviler Perspektive.

– Es hat ein großes Interesse seitens der Wirtschaft gegeben, aktiv an der Gesamtverteidigungsplanung teilzunehmen, und ein Forum für Informationsaustausch und Zusammenarbeit wurde seit Langem gefordert. Bei diesem ersten Treffen haben wir uns ein Bild davon gemacht, was die Teilnehmer als einige der wichtigsten Fragen dazu ansehen, wie die Wirtschaft in den Aufbau des Gesamtverteidigungssystems einbezogen werden kann, sagt Carl-Oskar Bohlin.

Ziviles und militärisches Lagebild

Oberbefehlshaber Micael Bydén und Charlotte Petri Gornitzka, Generaldirektorin der Behörde für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement (MSB), beschrieben die internationale Lage hinsichtlich des militärischen bzw. zivilen Lagebilds.

– Wir stellen fest, dass sich die sicherheitspolitische Lage in unserem Umfeld schneller verschlechtert hat, als die Kapazitäten der schwedischen Zivilverteidigung in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Wir müssen unser Gefühl der Dringlichkeit erhöhen, das Tempo steigern und lokale sowie regionale Initiativen zur Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteuren fördern, sagt Carl-Oskar Bohlin.

– Das Wichtige ist, das Engagement der Wirtschaft in Gang zu bringen und ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen zu stellen, den Dialog zu beginnen – unabhängig davon, ob es darum geht, die Robustheit zu erhöhen, Kraftstoffe zu sichern oder arbeitsrechtliche Fragen zu erörtern, sagt er.

Leitfaden für die Kriegsorganisation

Ein wichtiger Bestandteil des Gesamtverteidigungssystems ist die Personalversorgung. Die MSB präsentierte auf dem Treffen den Leitfaden für sowohl private als auch öffentliche Akteure, der zur Planung genutzt werden kann, welche Kriegsorganisation vorhanden sein muss und wie diese besetzt werden soll, um den Betrieb auch bei erhöhter Bereitschaft aufrechterhalten zu können.

Nächste Schritte

Die Regierung gibt an, dass bereits vor dem Sommer ein weiteres Treffen geplant ist, um die begonnenen Diskussionen fortzuführen.

Eine wichtige Frage für den Rat in der Zukunft wird die Diskussion über die Versorgungsbereitschaft sein. Ende August wird die Untersuchungskommission zur nationalen Koordinierung der Versorgungsbereitschaft vorstellen, wie eine nationale Funktion für die Versorgungsbereitschaft finanziert und organisiert werden soll.

Über den Wirtschaftsrat für Gesamtverteidigung und Krisenbereitschaft

Der Wirtschaftsrat hat Vertreter aus der Wirtschaft, Arbeitnehmer- sowie Arbeitgeberorganisationen und dem Staat. Er wird vom Minister für Zivilverteidigung Carl-Oskar Bohlin geleitet. Die Regierung wird zudem durch den Verteidigungsminister, den Energie- und Wirtschaftsminister sowie den Landwirtschaftsminister vertreten.

Der Zweck des Wirtschaftsrats besteht darin, das Wissen der Teilnehmer über sektorübergreifende Fragen und die verschiedenen Voraussetzungen zu erweitern, die für die Wirtschaft, die Arbeitnehmerorganisationen und den Staat gelten – beispielsweise durch den gegenseitigen Austausch von Lageinformationen.

Mitglieder des Wirtschaftsrats kommen von: Almega (schwedischer Dienstleistungsarbeitgeberverband) Byggföretagen (schwedischer Bauunternehmerverband) Energiföretagen (schwedischer Energieunternehmerverband) Lantbrukarnas Riksförbund (schwedischer Bauernverband) Lif – de forskande läkemedelsföretagen (Verband der forschenden Pharmaunternehmen Schwedens) LO – Landsorganisationen i Sverige (schwedischer Gewerkschaftsbund) SACO – Sveriges akademikers centralorganisation (schwedische Zentralorganisation der Akademiker) SOFF – Säkerhets- och försvarsföretagen (schwedischer Sicherheits- und Verteidigungsunternehmerverband) Svenska Bankföreningen (schwedischer Bankenverband) Svensk Handel (schwedischer Handelsverband) Svenskt Näringsliv (Confederation of Swedish Enterprise) Transportföretagen (schwedischer Transportunternehmerverband) TCO – Tjänstemännens centralorganisation (schwedische Zentralorganisation der Angestellten) Teknikföretagen (schwedischer Technologieunternehmerverband)

Weitere Organisationen können zu den Sitzungen des Rates eingeladen werden, wenn dies erforderlich ist und je nach den diskutierten Themenbereichen.