Finnlands Verteidigungs-, Außen- und Innenministerium haben die Ergebnisse eines gemeinsamen Zukunftsforschungsprojekts mit dem Titel "Russlands Zukünfte" veröffentlicht. Der Bericht skizziert vier mögliche Entwicklungspfade für Russland bis 2045.
"Finnland und Europa müssen sich gleichzeitig auf mehrere mögliche Zukunftsszenarien für Russland vorbereiten", sagte Terhi Ylitalo, Koordinatorin des Projekts im finnischen Verteidigungsministerium.
Im Szenario "Erneuertes Russland" tritt das Land als pragmatische Regionalmacht auf, die Wettbewerb, Kooperation und Anreize miteinander verbindet. Im Szenario "Schwächelndes Russland" verliert das Land an Einfluss und wird zunehmend abhängig von China. Im Szenario "Imperialistisches Russland" handelt es sich um eine autoritäre, expansionistische Regionalmacht, die ihre wesentlichen außenpolitischen Ziele erreicht. Im Szenario "Chaotisches Russland" handelt es sich um einen Nuklearstaat in tiefer innerer Krise, der weiterhin eine riskante, gewaltsame und kriegerische Politik verfolgt.
"Die Vorbereitung sollte sich daher auf eine Prüfung alternativer Szenarien stützen und nicht auf einzelne Annahmen über die Entwicklung Russlands", so Ylitalo weiter.
Die Szenarien basieren auf 22 Faktoren, die den Wandel in Russland vorantreiben, sowie 14 zentralen Unsicherheiten. Dutzende Experten, Forscher und Beamte waren an dem Projekt beteiligt. Es ist bereits das vierte derartige Projekt seit 2007.
Der Bericht listet zudem Maßnahmen auf, die unabhängig davon erforderlich sind, welches Szenario tatsächlich eintritt. Dazu zählen die Eindämmung russischer Aggression, die Unterstützung der Ukraine, die Stärkung der Widerstandsfähigkeit sowie der Ausbau von Russland-Expertise. Der vollständige Bericht kann hier nachgelesen werden.

