Finnland, Norwegen und Lettland haben eine Absichtserklärung über die weitere Entwicklung und Zusammenarbeit rund um das Kettenfahrzeug Patria TrackX unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand am Rande des NATO-Gipfels in Ankara statt und soll die Voraussetzungen für gemeinsame Beschaffungen, weitere Produktentwicklung und Informationsaustausch zwischen den beteiligten Ländern schaffen.

Laut einer Pressemitteilung des finnischen Verteidigungsministeriums soll die Zusammenarbeit nach demselben Modell wie das multinationale CAVS-Programm rund um den Patria 6x6 entwickelt werden, mit gemeinsamen Anforderungen, koordinierten Beschaffungen und gemeinsamem Lebenszyklusunterstützung. Das Projekt wird von Finnland geleitet und ist zudem Teil der Initiative Eastern Flank Watch (EFW).

„Multinationale Zusammenarbeit ist der effektivste Weg, um die Fähigkeiten aufzubauen, die wir zur Gewährleistung der Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Europas benötigen. Das CAVS-Fahrzeugprojekt war eine Erfolgsgeschichte für die finnische Verteidigungsverwaltung und Verteidigungsindustrie, und ich freue mich, dass man auch bei der Entwicklung dieses für anspruchsvolle Bedingungen konzipierten Fahrzeugs auf unsere Kompetenz vertraut", sagt Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen in der Pressemitteilung.

Patria gibt an, dass die Absichtserklärung es den Ländern ermöglichen soll, Erfahrungen aus der Entwicklungsarbeit und Feldversuchen zu teilen sowie die Möglichkeiten gemeinsamer Serienbeschaffungen ab 2027 zu prüfen.

„Europa und die Verbündeten benötigen eine neue Stufe der Mobilität, die kein einzelnes Land allein schaffen kann. Multinationale Zusammenarbeit und gemeinsame Beschaffungen sind der beste Weg, um gemeinsame Bedarfe in operative Fähigkeiten und Interoperabilität umzusetzen", sagt Patrias Geschäftsführer Panu Routila in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Patria beschreibt den TrackX als eine neue Generation gepanzerter Kettenfahrzeuge, die im Rahmen des EU-finanzierten FAMOUS-Programms (Future Highly Mobile Augmented Armoured Systems) entwickelt wurde. Das Fahrzeug ist für anspruchsvolles Gelände und arktische Bedingungen ausgelegt, und laut dem Unternehmen ist das Ziel, die Serienproduktion in den Jahren 2027 bis 2028 aufzunehmen.

Wie Nordic Defence Sector zuvor berichtet hat, unterzeichneten Schweden und Finnland im Juni ein separates Abkommen über eine gemeinsame Vorserienbewertung des Patria TrackX. Laut Patria wird die schwedisch-finnische Zusammenarbeit parallel zur neuen Initiative fortgesetzt und soll die technische Kooperation unterstützen sowie den TrackX auf künftige Beschaffungsverfahren vorbereiten.

Patria betont, dass die neue Absichtserklärung auf den Erfahrungen des CAVS-Programms aufbaut, in dessen Rahmen mehrere europäische Länder Anforderungsdefinition, Beschaffung und Lebenszyklusunterstützung für Patria-6x6-Fahrzeuge koordiniert haben.