Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat bestehende Verträge mit Thales Alenia Space und Airbus Defence and Space um jeweils zwei weitere Satelliten für Galileo Second Generation (G2) erweitert. Die Vereinbarungen wurden am 23. Oktober in Rom beziehungsweise am 26. Oktober in Ottobrunn unterzeichnet. Damit wächst die zweite Generation auf 16 Satelliten.

"Mit diesen Verträgen sichern die ESA und die europäische Industrie die Kontinuität der europäischen Satellitennavigationsdienste, kommen den sich wandelnden Bedürfnissen der Nutzer entgegen und stärken Europas strategische Autonomie. Die Verträge sind eine Investition in Europas Fähigkeit, seine eigene Zukunft unabhängig und mit Zuversicht zu gestalten", sagt Laurent Jaffart, Direktor für Resilienz, Navigation und Konnektivität bei der ESA.

Beide Unternehmen haben seit 2021 Verträge mit der ESA über jeweils sechs G2-Satelliten. Die ESA hat die Vereinbarungen im Auftrag der Weltraumagentur der Europäischen Union (EUSPA) verlängert, die als Dienstleister für Galileo fungiert. Laut ESA sollen die vier neuen Satelliten 2031 geliefert und unmittelbar danach gestartet werden. Sie werden baugleich mit den bereits in der Entwicklung befindlichen Satelliten sein.

Laut ESA erhalten die G2-Satelliten vollständig digitale Navigationsnutzlasten, eine verbesserte Navigationsantenne, Intersatellitenverbindungen sowie eine fortschrittliche Atomuhren-Konfiguration. Airbus gibt an, dass die Nutzlasten im Orbit umkonfiguriert werden können und die Satelliten über einen fortschrittlichen Schutz gegen Störung und Täuschung (Jamming und Spoofing) verfügen. Jeder Satellit wiegt laut Airbus über zwei Tonnen und soll 15 Jahre im Einsatz sein.

Die ESA teilt mit, dass die Entwicklung und Qualifizierung der ersten zwölf G2-Satelliten in Kürze abgeschlossen sein wird. Integration und Erprobung der ersten Satelliten sind für 2027 geplant, der erste G2-Start für 2028. Die zweite Generation soll die 38 Satelliten der ersten Generation ergänzen, von denen bis auf vier bereits alle gestartet wurden.

"Die jüngste Bestellung von zwei weiteren hochentwickelten Galileo-Satelliten unterstreicht die Kompetenz von Airbus in der Satellitenfertigung. Wir sind fest entschlossen, diese Satelliten der nächsten Generation zu liefern, die für die Stärkung der Navigationsfähigkeiten für die europäische Sicherheit und Verteidigung sowie für die Gesellschaft insgesamt von entscheidender Bedeutung sind", sagt Alain Fauré, Leiter der Raumfahrtsysteme bei Airbus Defence and Space.