Die dänische Regierung hat beschlossen, im zweiten Halbjahr 2026 einen Bataillonsbeitrag von bis zu 850 Soldaten nach Lettland zu entsenden. Der Beitrag ist Teil des NATO-Streitkräftemodells NATO Force Model (NFM).

Das dänische Verteidigungsministerium teilt mit, dass die Entscheidung nach Beratung mit dem außenpolitischen Ausschuss am 17. Juni 2026 getroffen wurde. Als Hintergrund wird die Sicherheitslage in Europa, einschließlich des Ostseeraums, genannt.

Der Bataillonsbeitrag soll während des Einsatzes der multinationalen, kanadisch geführten Brigade in Lettland angegliedert werden, die Teil der vorgeschobenen NATO-Präsenz an der Ostflanke ist. Der Beitrag wird voraussichtlich an einer Reihe multinationaler Übungen während des Einsatzzeitraums teilnehmen.

„Die dänischen Soldaten tragen zur kollektiven Verteidigung und Abschreckung der NATO bei. Sie sollen zeigen, dass Dänemark und die NATO bereit und willens sind, das Territorium des Bündnisses zu verteidigen, falls dies erforderlich wird. Unsere Sicherheit beginnt nicht an der dänischen Grenze. Sie beginnt in Lettland, Seite an Seite mit unseren Verbündeten", sagt Verteidigungsminister Jeppe Bruus in der Pressemitteilung.

Außenminister Lars Løkke Rasmussen erklärt, dass Dänemark auf diese Weise zur militärischen Präsenz der NATO im Baltikum beiträgt, und beschreibt dies als Ausdruck der Zusammenarbeit zwischen Dänemark, der NATO und den baltischen Staaten.

Der dänische Oberbefehlshaber, General Michael Hyldgaard, erklärt, dass Dänemark das ganze Jahr über eine Präsenz in den baltischen Staaten unterhält und dass Dänemark als Rahmennation für die NATO-Division in Lettland eine Schlüsselrolle in der Region spielt.

Das Verteidigungsministerium teilt mit, dass Dänemark seit 2024 jedes Jahr einen Kampfbataillon mit zwischen 700 und 1.200 Soldaten für einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten gemeldet hat. Der Bataillon wird sich zunächst in Lettland befinden, kann aber bei Bedarf auch an Übungsaktivitäten in den übrigen baltischen Staaten teilnehmen.

Neben dem Bataillonsbeitrag wurde auch beschlossen, ein marines Minenräummodul zu den ständigen NATO-Seestreitkräften zu entsenden. Das Modul kann nach Angaben des Ministeriums bei Krisen oder Spannungen eingesetzt werden, zur Überwachung und zum Schutz kritischer maritimer Infrastruktur sowie zur Räumung von Seeminen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.