Schweden und die Ukraine haben nun bekanntgegeben, dass der JAS 39 Gripen in die Ukraine geliefert werden soll. Die Ankündigung wurde während der laufenden Pressekonferenz zwischen Ministerpräsident Ulf Kristersson und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf dem Flygflottilj Uppland (Luftwaffengeschwader Uppland) in Uppsala (Schweden) präsentiert.
Ministerpräsident Kristersson eröffnet die Pressekonferenz mit der Mitteilung, dass die Ukraine beabsichtigt, zunächst 20 Stück des JAS 39 Gripen E zu kaufen. Darüber hinaus wird Schweden 16 Stück des älteren Modells Gripen C spenden, sobald Saab die Gripen E an Schweden ausliefert.
Ulf Kristersson erklärt weiter, dass die schwedische Spende davon abhängig ist, dass die Ukraine eine Exportgenehmigung von schwedischen Behörden erhält und den Kauf des Gripen E abschließt.
Präsident Selenskyj teilt außerdem mit, dass die Ukraine beabsichtigt, weitere 130 Gripen E zu kaufen, was jedoch von dem EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro abhängig ist. Darüber hinaus erklärt er, dass man damit rechne, dass der Gripen innerhalb von zehn Monaten über der Ukraine fliegen werde.
Das Treffen findet im Rahmen der bilateralen Verteidigungskooperation zwischen Schweden und der Ukraine statt. Anwesend sind auch Verteidigungsminister Pål Jonson, der Oberbefehlshaber der schwedischen Luftwaffe (Flygvapnet) Jonas Wikman sowie Vertreter der ukrainischen Regierung und der Streitkräfte.
Die Regierung hatte im Vorfeld des Treffens angekündigt, dass eine Neuigkeit im Zusammenhang mit dem Luftfahrtbereich präsentiert werden würde. Selenskyj schrieb früher am Tag auf X, dass die Ukraine und Schweden einen "starken Schritt" rund um das Gripen-System vorbereitet hätten.
Die Frage einer Gripen-Lieferung an die Ukraine wird seit Herbst 2023 diskutiert, als die Regierung den schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) und der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV, Försvarets materielverk) den Auftrag erteilte, die Voraussetzungen für eine Spende oder einen Export des Kampfflugzeugs an die Ukraine zu analysieren. Seitdem haben die Länder Ausbildungen durchgeführt, Arbeitsgruppen eingerichtet und Absichtserklärungen zur künftigen Gripen-Zusammenarbeit unterzeichnet.

