Eine nordische Kooperation zwischen dem finnischen Unternehmen Varjo und dem norwegischen Unternehmen Fynd Reality soll die virtuelle Ausbildung ukrainischer Soldaten an Militärfahrzeugen ermöglichen. Das System wird bereits in der Ukraine für die Ausbildung im Bereich Handhabung und Wartung eingesetzt.

Laut einer Pressemitteilung von Varjo wurde das Unternehmen als Lieferant von Extended-Reality-Technologie (XR) für ein Ausbildungsprogramm ausgewählt, das von Fynd Reality für die ukrainischen Streitkräfte entwickelt wird. Das Programm umfasst die Ausbildung in Handhabung, Verfahren und Wartung mehrerer Fahrzeugtypen und wird bereits in der Ukraine eingesetzt.

Das System basiert auf dem Varjo XR-4 Secure Edition-Headset in Kombination mit der Trainingsplattform Fynd CORE von Fynd Reality. Die Lieferungen erfolgen im Rahmen des norwegischen Nansen-Programms und werden über die norwegische Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell abgewickelt. Der Gesamtprojektwert beläuft sich auf 82,5 Millionen Norwegische Kronen (NOK), und in einem ersten Schritt werden 39 Systeme geliefert.

Laut Varjo war der mangelnde Zugang zu physischen Fahrzeugen eine Einschränkung für die Ausbildung, da viele Systeme an der Front eingesetzt werden. Die virtuelle Lösung ermöglicht es Soldaten, die Ausbildung vor dem Einsatz zu absolvieren, was nach Angaben des Unternehmens Risiken reduziert und die Vorbereitung verbessert.

– XR-Training löst eine konkrete operative Herausforderung in der Ukraine, wo der Zugang zu Fahrzeugen und sicheren Trainingsumgebungen stark eingeschränkt ist, sagt Timo Toikkanen, Geschäftsführer von Varjo, in der Pressemitteilung.

Fynd Reality hat laut Pressemitteilung seit 2023 an virtuellen Trainingsangeboten für ukrainische Verbände gearbeitet, unter anderem im Zusammenhang mit dem Kampfpanzer Leopard 2 A4. Die Plattform ermöglicht szenariobasiertes Training ohne physischen Zugang zu Ausrüstung und Gerät.

– Unsere Zusammenarbeit mit Varjo vereint die fortschrittlichste nordische Simulationstechnologie. Wir stellen der Ukraine eine neue Ausbildungsfähigkeit zur Verfügung, die bereits in NATO-Umgebungen validiert und an die operativen Bedürfnisse der Ukraine angepasst wurde, sagt Knut Henrik Aas, Geschäftsführer von Fynd Reality.

Nach der Einführung sollen ukrainische Akteure selbst Ausbildungsinhalte entwickeln können, was laut Varjo darauf abzielt, sowohl die kurzfristige Einsatzbereitschaft als auch den langfristigen Kompetenzaufbau zu stärken.