Die Ukraine und Schweden haben die nächsten Schritte im Gripen-Projekt, eine Stärkung der Luftverteidigung sowie eine Ausweitung der rüstungsindustriellen Zusammenarbeit erörtert. Diese Themen standen im Mittelpunkt, als der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorov seinen schwedischen Amtskollegen Pål Jonson in Kiew empfing.
Laut einer Pressemitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums dankte Mychajlo Fedorov Schweden für das kürzlich unterzeichnete Abkommen über den Gripen E sowie für die schwedische Unterstützung der Ukraine. Bei dem Treffen erörterten die Parteien die nächsten Schritte im Gripen-Projekt, darunter die Ausbildung ukrainischer Piloten.
„Der Gripen zusammen mit Meteor-Raketen kann die ukrainische Luftwaffe erheblich stärken und der Ukraine helfen, die Initiative in der Luft zurückzugewinnen", sagte Mychajlo Fedorov laut der Pressemitteilung.
Die Minister behandelten außerdem die weitere Unterstützung im Rahmen der Prioritised Ukraine Requirements List (PURL). Die Gespräche umfassten auch die Lieferung von Luftabwehrraketen sowie die fortlaufende Entwicklung ukrainischer Verteidigungsprojekte zum Schutz gegen ballistische Raketen, die als eine der höchsten Prioritäten des Landes zum Schutz von Städten vor russischen Luftangriffen beschrieben wird.
Laut der Pressemitteilung wurde zudem die weitere schwedische Unterstützung für die ukrainischen Fähigkeiten zur Bekämpfung auf mittlere und große Reichweite erörtert, die unter anderem gegen russische Logistik, Führungseinrichtungen und militärische Infrastruktur eingesetzt werden. Die Parteien sprachen auch über Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Bereich der Satellitenkommunikation sowie über die Entwicklung eines integrierten Radarnetzwerks.
Im rüstungsindustriellen Bereich wurde die Initiative Brave Sweden diskutiert, die auf dem ukrainischen Verteidigungstechnologie-Cluster Brave1 aufbaut und darauf abzielt, die Entwicklung von Verteidigungstechnologie beider Länder zu stärken. Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für einen schwedisch-ukrainischen Drone Deal weiter, der laut dem Ministerium die Voraussetzungen schaffen soll, ukrainische Drohnentechnologie zu skalieren und gemeinsame Projekte zwischen der schwedischen und ukrainischen Industrie zu entwickeln.
Fedorov betonte zudem, dass die Ukraine bereit sei, ihre Erfahrungen aus der modernen Kriegsführung zu teilen, insbesondere im Bereich der Nah-Luftverteidigung, um zur Weiterentwicklung der schwedischen Verteidigungsfähigkeiten beizutragen.


