Die Schwedischen Streitkräfte (Försvarsmakten) haben in Zusammenarbeit mit der schwedischen Innovationsbehörde Vinnova und mit Unterstützung des Schwedischen Forschungsrats (Vetenskapsrådet) sowie der Behörde für zivile Notfallplanung (MSB – Myndigheten för samhällsskydd och beredskap) im Auftrag der Regierung Kandidaten für Testzentren im Rahmen des NATO-DIANA-Programms vorgeschlagen. Neben dem Unternehmensinkubator LEAD wurden vier Testzentren empfohlen: MAX IV, Marine Technology Center of Sweden, RISE sowie ein gemeinsamer Antrag von Svenska Rymdaktiebolaget (Schwedische Raumfahrtgesellschaft), dem Institut für Weltraumphysik (Institutet för rymdfysik) und der Technischen Universität Luleå (nordschwedische Universitätsstadt).

– Verteidigungsinnovation war lange Zeit nachrangig behandelt worden. Nun, da wir vor einem NATO-Beitritt stehen, liegt ein Großteil der Innovationskraft bei unseren Mitgliedsunternehmen. Die SME-D-Familie freut sich auf die Möglichkeiten, in einem größeren Kontext einen Beitrag leisten zu können, sagt Jaime Rico, Vorsitzender von SME-D, dem Branchenverband für kleine und mittlere Unternehmen in Schweden im Bereich der Gesamtverteidigung.

Mit Beschleunigungsstandorten und Testzentren in den NATO-Mitgliedstaaten soll DIANA (Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic – Verteidigungs-Innovationsbeschleuniger für den Nordatlantik) Partnerschaften zwischen Universitäten, Industrie, Behörden, Regierungen und Start-ups fördern. Das Programm wurde beim NATO-Gipfel in Brüssel 2021 ins Leben gerufen.

Laut DIANA umfasst das Netzwerk heute über 10 Beschleunigungsstandorte und fast 90 Testzentren. Diese Zentren sind Teil staatlicher Forschungsprogramme sowie von Forschungsabteilungen an Universitäten und im privaten Sektor.

Teilnehmer an DIANA erhalten die Gebühren für die Nutzung der Einrichtungen eines Testzentrums vom Programm erstattet.

– Ein großer Gewinn entsteht bereits dann, wenn klarer wird, welche Beschleuniger und Testzentren in Frage kommen und wie man dabei vorgeht, Kontakte zu ihnen zu knüpfen. Wenn man darüber hinaus eine Art Finanzierung erhalten kann, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Mitgliedsunternehmen diese Einrichtungen nutzen können, sagt Jaime Rico.

Insgesamt gingen fast 80 Interessenbekundungen ein, die von Experten der vier Behörden geprüft wurden. Die Prüfung erfolgte anhand von Kriterien wie der Relevanz eines Zentrums für die Technologie- und Produktentwicklung mit Anwendung im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich sowie der Frage, wie gut sich die Vorschläge gegenseitig ergänzen und DIANA als Ganzes stärken.

Die Behörden sollten anschließend geeignete Organisationen als Kandidaten an die Regierungskanzlei vorschlagen; die Vorschläge wurden in einem Bericht am 30. Oktober übergeben. Die Kandidaten können ihrerseits von der Regierungskanzlei bei der NATO nominiert werden, die letztendlich über ihre Aufnahme entscheidet.

Es sind also vier schwedische Forschungseinrichtungen, die die Schwedischen Streitkräfte und Vinnova als Kandidaten ausgewählt haben: die MAX-IV-Anlage in Lund (südschwedische Universitätsstadt), das Marine Technology Center of Sweden, RISE sowie ein gemeinsamer Antrag von Svenska Rymdaktiebolaget, dem Institutet för rymdfysik und der Technischen Universität Luleå (nordschwedische Universitätsstadt).

Die Universität Lund beschreibt MAX IV als Schwedens größte und ambitionierteste Investition in Forschungsinfrastruktur sowie als die weltweit hellste Synchrotronlichtanlage. Im Abschlussbericht heißt es, dass sie einzigartige Möglichkeiten für Studien unter anderem in der Materialwissenschaft sowie fortgeschrittene Analysemethoden in Bereichen wie Nanotechnologie und Quantenmaterialien bieten.

– MAX IV ist eine schwedische Forschungsinfrastruktur von internationalem Weltklasseniveau, sagt Olof „Charlie" Karlis, Direktor von MAX IV, gegenüber FSN. Er fährt fort:

„Die Techniken, die MAX IV DIANA anbietet, eröffnen Möglichkeiten, die anspruchsvollsten Fragestellungen unter anderem in der Materialforschung und den Lebenswissenschaften zu adressieren."

Das Marine Technology Center of Sweden ist eine in Karlskrona (südschwedische Küstenstadt mit langer Marinetradition und bedeutendem Marinestützpunkt) ansässige Kooperation zwischen Verteidigungsakteuren, Wirtschaft und Wissenschaft. Der Bericht hebt die lange Tradition des Ortes in der zivil-militärischen Zusammenarbeit im Bereich der Marinetechnologie hervor. Das MTC bietet unter anderem Teilfinanzierung für Projekte sowie Zugang zu verschiedenen Möglichkeiten zur Entwicklung, Erprobung und Verifizierung technischer Ideen. Laut dem Bericht soll ihr Testzentrum zwei Schwerpunktbereiche haben: verteidigungsbezogene Technologieentwicklung im Unterwasserbereich sowie meeresbasierte Energie.

– Für Karlskrona hat es natürlich einen wichtigen Signalwert, dass Schweden und die NATO auf uns hinweisen, wenn es um Technologieentwicklung und Kompetenz im Oberflächen- und Unterwasserbereich geht. Karlskrona ist der Ort, an dem man tätig sein sollte, wenn man Zugang zu weltweit führender Kompetenz, Mentoring und Testmöglichkeiten mit Meeresbezug haben möchte, sagt Oskar Frånberg, Forschungsleiter beim MTC, in einer Pressemitteilung.