Der schwedische Sicherheitsdienst SÄPO hat die Voruntersuchung durchgeführt. Das Stockholmer Bezirksgericht schreibt in seinem Urteil unter anderem, dass die Straftat als schwerwiegend einzustufen sei, da die Informationen beschafft, weitergeleitet und offenbart wurden, um Russland und dem russischen Militärgeheimdienst GRU (Glavnoye Razvedyvatelnoye Upravleniye) zugutezukommen. Aus dem Urteil geht hervor, dass die kriminellen Aktivitäten über einen Zeitraum von zehn Jahren andauerten und dass die Beschaffung der Informationen erfolgte, als einer der Männer beim schwedischen Sicherheitsdienst SÄPO (2014–2015) und bei den schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten, 2011–2014) beschäftigt war.
– Es handelt sich hier um sehr schwere Kriminalität und um einen Mitarbeiter, der das Vertrauen in grober Weise missbraucht hat. Das darf nicht passieren, aber wir wissen als Sicherheitsdienst, dass es passieren kann. Sicherheits- und Nachrichtendienste sind ein vorrangiges Ziel für fremde Mächte. Dass es der schwedische Sicherheitsdienst SÄPO war, der Verdacht gegen den ehemaligen Mitarbeiter schöpfte, hat uns die Möglichkeit gegeben, über einen längeren Zeitraum Maßnahmen zu ergreifen, um den Schaden zu begrenzen, sagt SÄPO-Chefin Charlotte von Essen.
Der schwedische Sicherheitsdienst SÄPO weist weiterhin darauf hin, dass die nachrichtendienstliche Bedrohung durch fremde Mächte hoch ist. Russland gehört zu den Ländern, die die größte Sicherheitsbedrohung für Schweden darstellen. Täglich finden Angriffe und Aktivitäten statt, um Informationen zu stehlen und damit die eigenen staatlichen Interessen zu stärken. Russland betreibt unter anderem Cyberspionage, die Gewinnung von Informationen über menschliche Quellen sowie andere sicherheitsgefährdende Aktivitäten.
Der schwedische Sicherheitsdienst SÄPO hat die Voruntersuchung unter der Leitung von Staatsanwälten der nationalen Sicherheitsstaatsanwaltschaft (riksenheten för säkerhetsmål) durchgeführt.

