Die schwedische Regierung setzt eine besondere Untersuchungskommission ein, um das nationale System für kryptografische Funktionen zu überprüfen. Ziel ist es, ein effizienteres System für die Gesamtverteidigung (Totalförsvar) zu schaffen und gleichzeitig die Innovations- und Exportfähigkeit der schwedischen Kryptoindustrie zu stärken.

Gemäß den Kommissionsdirektiven des Verteidigungsministeriums soll der Untersuchungsbeauftragte analysieren, wie das heutige System für kryptografische Funktionen funktioniert, und Vorschläge unterbreiten, wie Verantwortlichkeiten, Steuerung und Prozesse weiterentwickelt werden können. Die Regierung weist darauf hin, dass die heutige Aufgabenverteilung zwischen den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten), der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (Försvarets materielverk, FMV), dem Schwedischen Nationalen Funknachrichtendienst (Försvarets radioanstalt, FRA) und der Behörde für zivile Verteidigung das Risiko birgt, zu Unklarheiten und langen Vorlaufzeiten zu führen.

Dem Direktiv zufolge haben die verschlechterte Sicherheitslage, das Wachstum der Gesamtverteidigung sowie Schwedens Mitgliedschaft in der NATO und der EU die Anforderungen an robuste, interoperable und national kontrollierte Kryptosysteme erhöht. Die Regierung beschreibt kryptografische Funktionen als eine grundlegende Voraussetzung für Schwedens Sicherheit, die Handlungsfreiheit der Gesamtverteidigung und die digitale Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft.

Die Untersuchung soll außerdem analysieren, wie die Prozesse für Anforderungsstellung, Entwicklung, Prüfung und Genehmigung kryptografischer Funktionen effizienter gestaltet werden können, sowie die Finanzierung kryptografischer Funktionen im Bereich der zivilen Verteidigung überprüfen.

Ein zentraler Teil des Auftrags betrifft die schwedische Kryptoindustrie. Die Regierung möchte die Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige inländische Industrie analysieren, einschließlich der Exportmöglichkeiten, und Maßnahmen vorschlagen, die die Innovationsfähigkeit stärken und sicherstellen, dass Schweden auch künftig über nationale kryptografische Kompetenz und Fähigkeiten verfügt.

Der Untersuchungsbeauftragte soll auch Vorschläge unterbreiten, wie Schwedens Rolle in der NATO- und EU-Zusammenarbeit im Kryptobereich weiterentwickelt werden kann. Das Direktiv verweist auf die Notwendigkeit, die Interoperabilität mit Verbündeten zu stärken und gleichzeitig die nationale Handlungsfreiheit und Kontrolle über Kryptosysteme zu wahren.

Die Untersuchung soll spätestens am 1. Oktober 2027 vorgelegt werden.