Ein neuer ziviler Auslandsgeheimdienst soll bis 2027 in Schweden eingerichtet werden. Die Entscheidung markiert, dass die Regierung nun mehrere der Vorschläge aus der Geheimdienstuntersuchung umsetzt, die der frühere Ministerpräsident und Außenminister Carl Bildt (Moderate Sammlungspartei) im Sommer vorgelegt hat.
Aus einer Pressemitteilung der schwedischen Regierungskanzlei geht hervor, dass ein besonderer Ermittler den Auftrag erhalten hat, die Gründung der neuen Behörde durchzuführen. Der zivile Auslandsgeheimdienst soll spätestens am 1. Januar 2027 operativ sein und unter anderem die Regierungskanzlei mit Analysen zu ausländischen Verhältnissen versorgen.
Der Auftrag umfasst eine enge Zusammenarbeit mit den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten), dem Schwedischen Verteidigungsradioamt (FRA – Försvarets radioanstalt), der Sicherheitspolizei (Säkerhetspolisen, SÄPO) sowie anderen relevanten Behörden des Gesamtverteidigungssystems. Die Regierung hat außerdem den Schwedischen Streitkräften den Auftrag erteilt, darzulegen, welche Aufgaben, Ressourcen und Kosten erforderlich sind, um ihren militärischen Nachrichten- und Sicherheitsdienst weiterzuentwickeln und die neue zivile Einrichtung zu unterstützen.
Den Hintergrund bildet der Bericht Eine reformierte Nachrichtendiensttätigkeit (SOU 2025:78), der am 13. Juni übergeben wurde. Darin schlug Carl Bildt eine neue Struktur für den schwedischen Geheimdienst vor, unter Verweis auf ein verändertes Bedrohungsbild, die technologische Entwicklung und Schwedens NATO-Mitgliedschaft.
Als besondere Ermittlerin für die Durchführung der Gründung der neuen Behörde hat die Regierung Annika Brändström ernannt. Der Auftrag soll spätestens am 31. Dezember 2026 abschließend berichtet werden.

