Die Philippinen spielen eine zunehmend wichtigere Rolle in der sicherheitspolitischen Landschaft Asiens, da die Rivalität zwischen China und den USA zunimmt. Laut einem neuen Bericht der Schwedischen Verteidigungsforschungsagentur (FOI, Totalförsvarets forskningsinstitut) modernisiert das Land nun sein Verteidigungswesen und hat die Bindungen zu den USA gestärkt.
Aus einer Pressemitteilung der FOI geht hervor, dass die Philippinen eine Umstrukturierung ihrer Streitkräfte eingeleitet haben, mit verstärktem Schwerpunkt auf Marine und Luftwaffe. Dies geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Südchinesischen Meer und eines anhaltenden geopolitischen Kräftemessens zwischen China und den USA.
– Die sicherheitspolitische Lage der Philippinen ist äußerst interessant. Das liegt einerseits an der Beziehung des Landes zu China, andererseits an seiner Rolle im größeren Machtkampf in der Region, sagt Olivier Milland, Analyst bei der FOI, in der Pressemitteilung.
Die Verteidigungsfähigkeit des Landes wird nach wie vor als begrenzt eingeschätzt, insbesondere zur See. Gleichzeitig haben die USA Zugang zu neun philippinischen Militärbasen erhalten, was laut Milland ein deutliches geopolitisches Signal gegenüber China darstellt. Er hebt zudem hervor, dass China in der Region aggressiver vorgeht und versucht, die Philippinen von innen heraus durch Investitionen und politischen Einfluss zu beeinflussen.
Die FOI beleuchtet auch innenpolitische Herausforderungen, bei denen Clansherrschaft und Korruption Hindernisse für die Stabilität darstellen. Ein laufender Friedensprozess mit muslimischen Gruppen im Süden der Philippinen wird als wichtiger Schritt beschrieben, doch das politische System ist weiterhin durch Dynastien und ein schwaches Parteienwesen geprägt.
Schwedens gesteigertes Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Philippinen wurde zuvor von Nordic Defence Sector aufgegriffen. Im Juni 2024 unterzeichneten die beiden Länder ein Abkommen, das die Beteiligung der schwedischen Verteidigungsindustrie an philippinischen Ausschreibungen ermöglicht. Laut FOI kann Schweden dadurch dazu beitragen, die Sicherheit in der Region zu stärken und gleichzeitig Möglichkeiten für Verteidigungsexporte zu schaffen.
– Schweden ist ein NATO-Mitglied, und was die USA stärkt, stärkt letztlich auch uns. Wir können dazu beitragen, das Bündnis indirekt zu stärken, zum Beispiel durch Verteidigungsexporte und Wissensaustausch, sagt Milland.

