Schweden ist einer multinationalen Koalition zum Kauf von Patriot-Raketen des Typs GEM-T beigetreten, die von den Schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) als Robot 103 A bezeichnet werden. Die Zusammenarbeit, die von der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) geleitet wird, umfasst fünf Länder und zielt darauf ab, dem wachsenden Bedarf an Luftverteidigungskapazitäten zu begegnen sowie die europäische Verteidigungsindustriebasis zu stärken.

Laut der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV – Försvarets materielverk) bietet die Beschaffung Schweden eine langfristige Lösung für Raketen des Patriot-Systems. „Die Beschaffung bedeutet, dass wir die Fähigkeit und Nachhaltigkeit der schwedischen Luftverteidigung stärken und gleichzeitig zur gemeinsamen Luftverteidigungskapazität innerhalb der NATO und in Europa beitragen," sagt Jonas Lotsne, Leiter des Geschäftsbereichs Heeresmaterial bei der FMV.

Die Koalition, der auch Deutschland, die Niederlande, Rumänien und Spanien angehören, umfasst den Kauf von bis zu 1.000 Patriot-Raketen mit einem Gesamtwert von rund 60 Milliarden Schwedischen Kronen (ca. 5,2 Milliarden Euro). Der schwedische Anteil am Projekt beläuft sich auf über fünf Milliarden Schwedische Kronen, was auch die Einrichtung einer neuen Produktionslinie für GEM-T-Raketen in Deutschland ermöglicht. Bisher war die Produktion auf die USA konzentriert. Verteidigungsminister Pål Jonson kommentiert die Initiative: „Europa muss seine Luftverteidigung stärken. Schweden investiert über 5 Milliarden Schwedische Kronen in diese Initiative, was nicht nur unsere eigene Luftverteidigung, sondern auch die europäische Verteidigungsindustriebasis stärkt."

Laut der NSPA bringt die Zusammenarbeit sowohl Kosteneinsparungen als auch eine erweiterte Produktionskapazität in Europa mit sich. „Diese Beschaffung bietet Skaleneffekte und stärkt gleichzeitig die industrielle Kapazität Europas," sagt NSPA-Generaldirektorin Stacy A. Cummings.

Die Raketen werden von COMLOG hergestellt, einem Joint Venture zwischen Raytheon und MBDA Germany. Das Unternehmen ist für den Ausbau der Produktionskapazitäten in Europa verantwortlich und hat sich bereits auf Wartung und Logistik für Patriot-Raketen spezialisiert. Unter anderem betreibt es die Patriot Missile Facility 3 in Schrobenhausen, Deutschland.

Luftwaffenchef Jonas Wikman beschreibt die Bedeutung der Luftverteidigung in der heutigen sicherheitspolitischen Lage. „Die Luftverteidigung ist ein Grundpfeiler der multidomänen IAMD (Integrierte Luft- und Raketenverteidigung) und entscheidend für die Verteidigung Schwedens und unserer Verbündeten in der heutigen komplexen Operationsumgebung," schreibt er.

Die gemeinsame Beschaffung umfasst auch Komponentenaktualisierungen, Ersatzteile und Testausrüstung für die künftige Wartung, wie aus der Pressemitteilung des schwedischen Verteidigungsministeriums hervorgeht.