Schweden baut eine neue Forschungs- und Kompetenzumgebung für Nitrozellulose und konventionelles Schießpulver auf. Das neue Zentrum Svenskt Krut an der KTH (Königliche Technische Hochschule Stockholm) soll unter anderem die Möglichkeit untersuchen, schwedischen Waldrohstoff für Nitrozellulose zu nutzen, und zu den Voraussetzungen für eine heimische Fertigung beitragen.

Svenskt Krut wird von der KTH gemeinsam mit der Schwedischen Behörde für Verteidigungsmaterial (FMV), der Schwedischen Verteidigungsforschungsagentur (FOI) und der schwedischen Industrie betrieben und mit 100 Millionen Schwedischen Kronen für den Zeitraum 2026 bis 2031 finanziert, wie aus Angaben der KTH hervorgeht. Laut der FMV stammt die Finanzierung von den schwedischen Streitkräften (Försvarsmakten) über die FMV.

Ein zentraler Bestandteil der Forschung wird Nitrozellulose sein, die den Grundstoff für konventionelles Schießpulver bildet. Die KTH gibt an, dass Baumwolle heute der wichtigste Rohstoff ist, während das Zentrum waldbasierte Zellulose als Alternative untersuchen soll. Die Forschung soll zudem Herstellungsprozesse, die Alterung und Lagerung des Materials sowie Methoden zur Bewertung seiner Lebensdauer umfassen.

„Wir bauen etwas auf, das Schweden dringend etablieren muss: eine gebündelte wissenschaftliche Umgebung rund um Nitrozellulose und Schießpulver. Es geht dabei ebenso sehr darum, die Materialien zu verstehen, wie darum, die Ingenieure und Forscher auszubilden, die Schwedens Versorgungsfähigkeit in den kommenden Jahrzehnten sicherstellen sollen", sagt Daniel Söderberg, Professor an der KTH und Leiter von Svenskt Krut, in der Mitteilung der KTH.

Einer der Industriepartner ist Verkan AB, das an der Etablierung einer schwedischen Produktion von Schießpulver und anderen Einsatzstoffen arbeitet. Das Unternehmen gibt an, dass die Produktion erst nach Abschluss der Vorbereitungen, dem Erhalt der erforderlichen Genehmigungen und einer gesicherten Finanzierung aufgenommen werden kann.