Schweden und Finnland haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei den Raketenartilleriefähigkeiten beider Länder unterzeichnet. Die Ankündigung erfolgt zeitgleich mit Schwedens Entscheidung, Himars-Systeme für rund sieben Milliarden schwedische Kronen zu beschaffen, ein System, das sich Munition und bestimmte Komponenten mit Finnlands M270 MLRS teilt.
Laut einer Pressemitteilung der schwedischen Regierung kann die Zusammenarbeit Training, Ausbildung und Fähigkeitsentwicklung sowie Instandhaltung, Versorgungssicherheit und Produktion umfassen. Die Absichtserklärung wurde vom schwedischen Verteidigungsminister Pål Jonson und dem finnischen Verteidigungsminister Antti Häkkänen unterzeichnet.
Laut dem finnischen Verteidigungsministerium umfasst die geplante Zusammenarbeit unter anderem Instandhaltung, Ausbildung, Fähigkeitsentwicklung und Munition. Häkkänen verknüpft die Zusammenarbeit mit der Instandhaltungs- und Servicefähigkeit für die Systeme, die zuvor im Laufe des Jahres in Finnland gesichert wurde.
„Wenn Schweden nun ein kompatibles Raketenartilleriesystem in Dienst stellt, profitieren beide Länder von einem Mehrwert dadurch, dass wir diese Fähigkeit bereits vor Ort haben. Das ist ein starkes Signal dafür, wie wir nicht nur unsere Fähigkeit verbessern können, zentrale Systeme gemeinsam effektiver einzusetzen, sondern auch effizienter in deren Lebenszyklusmanagement werden und damit die Kosten senken können", sagt Antti Häkkänen laut dem finnischen Verteidigungsministerium.
NDS hat zuvor berichtet, dass die USA im März einen möglichen Verkauf von 20 Himars-Systemen an Schweden genehmigt haben, mit einem geschätzten Wert von 930 Millionen US-Dollar. Im Juni wurde zudem ein Abkommen unterzeichnet, um in Tampere (Finnland) Europas erstes Servicezentrum für das Feuerleitsystem CFCS für M270A2 und Himars einzurichten.
Schwedens Beschaffung umfasst das amerikanische Himars-System und hat laut der Regierung einen Wert von rund sieben Milliarden schwedischen Kronen. Die ersten Lieferungen sollen im Jahr 2027 erfolgen. Laut den Schwedischen Streitkräften soll das System als Raketenartillerieverband innerhalb der schwedischen Division organisiert werden.
„Das System wird als Raketenartillerieverband in der Division organisiert, die gemäß dem Verteidigungsbeschluss 24 (Försvarsbeslut 24) errichtet wurde. Das verleiht der Division die Fähigkeit, den Gegner in der taktischen Tiefe jenseits seiner vorderen Linien zu wirken", sagt der schwedische Heereschef Johan Pekkari.
Das schwedische Verteidigungsministerium teilt zudem mit, dass Lockheed Martin und Saab eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der möglichen Integration von Saabs GLSDB-Munition sowie zur Produktion von Munition für Himars und andere Systeme, darunter Patriot, unterzeichnet haben.

