Die schwedische Behörde für Katastrophenschutz und Notfallplanung (MSB – Myndigheten för samhällsskydd och beredskap) gibt auf ihrer Website an, dass die Ukraine über den EU-Zivilschutzmechanismus um Unterstützung mit medizinischer Ausrüstung ersucht hat. Die EU wird 513.300 Atemschutzmasken aus dem medizinischen Lager in Schweden entsenden, für das die MSB im Auftrag der EU verantwortlich ist.

Laut Fredrika Lindholm, Projektleiterin bei der MSB, ist das Gesundheitswesen in der Ukraine stark belastet und das medizinische Material des Landes unzureichend. Schweden ist über die MSB eines der EU-Länder, das den Auftrag hat, für das EU-Bereitschaftslager für medizinisches Material zu sorgen.

Das gemeinsame EU-Bereitschaftslager befindet sich in Kristinehamn in der Provinz Värmland (Westschweden) und wurde nun zum dritten Mal aktiviert. Das erste Mal wurde das Lager im Oktober 2021 aktiviert, als Lettland aufgrund einer schweren durch Covid-19 verursachten Lage Beatmungsgeräte anforderte. Das zweite Mal wurde das Lager im Sommer 2022 aktiviert, als Schutzschürzen in die Ukraine geschickt wurden.

Das EU-Medizinlager in Schweden und rescEU

Im Jahr 2020 erhielt Schweden von der EU den Auftrag, persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken, Schutzkittel, Beatmungsgeräte und andere Ausrüstung zur Unterstützung von Patienten mit Atembeschwerden einzulagern. Das Material soll bei großen Krisen eingesetzt werden können, wenn die eigenen Ressourcen der EU-Länder nicht ausreichen.

Das Medizinlager ist Teil der Entwicklung der gemeinsamen EU-Bereitschaft im Rahmen des Projekts rescEU. RescEU ist ein System gemeinsamer EU-Ressourcen, das darauf abzielt, die Bereitschafts- und Einsatzkapazität bei verschiedenen Arten von Krisen, beispielsweise Waldbränden und Pandemien, zu stärken. Schweden ist außerdem Gastgeberland für Löschflugzeuge und temporäre Notunterkünfte.

Das Projekt zur Einrichtung des EU-Medizinlagers ist eine Zusammenarbeit zwischen der MSB, der Schwedischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsmaterial (FMV – Försvarets materielverk) und der Nationalen Gesundheitsbehörde (Socialstyrelsen).