Die dänische Seasight Solutions und die deutsche STARK wollen eine nordische Produktion des unbemannten Überwasserfahrzeugs Vanta an Seasights Standort in Ringkøbing (Dänemark) etablieren. Die Produktion des ersten Fahrzeugs soll den Unternehmen zufolge im Oktober 2026 beginnen.

„Dänemarks Lage an der Einfahrt zur Ostsee macht das Land zentral für die regionale Sicherheit, unter anderem für die Überwachung von Russlands sogenannter Schattenflotte und anderer potenzieller Bedrohungen. Durch die Kombination bestehender dänischer maritimer Industriekapazitäten mit der Technologie von STARK für unbemannte Systeme stärken wir das maritime Lagebild“, sagt Johannes Arlt, Nordeuropachef bei STARK, in einer Pressemitteilung, die NDS vorliegt.

Vanta ist ein wasserstrahlgetriebenes unbemanntes Überwasserfahrzeug (USV, Unmanned Surface Vehicle), das für Aufklärung, Überwachung und Spähung sowie für seegestützte Bekämpfung vorgesehen ist. Die Plattform soll Lageinformationen in Echtzeit sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche liefern und kann laut STARK als Teil eines gestaffelten Schutzes von Häfen eingesetzt werden.

Das Fahrzeug soll über eine Reichweite von bis zu 900 Seemeilen bei niedriger Geschwindigkeit verfügen. Es ist für kontinuierliche Patrouillenfahrten sowie für Einsätze konzipiert, bei denen mögliche Bedrohungen eigenständig erkannt und verfolgt werden. Bei Entdeckung kann Vanta entweder Sensordaten weiterleiten oder ein kinetisches Wirksystem einsetzen.

Den Unternehmen zufolge wird Vanta Dänemarks erste unbemannte maritime Plattform, die von Anfang an dafür ausgelegt ist, Waffensysteme zu integrieren und einzusetzen. Die Produktion wird vor dem Hintergrund eines angegebenen Interesses von Ländern der Ostseeregion sowie der Nachfrage nach kurzen Lieferzeiten aufgebaut.

Die Zusammenarbeit ist zudem Teil von STARKs fortgesetzter Expansion in Nordeuropa. Das Unternehmen eröffnete im März 2026 ein Entwicklungs- und Ingenieurzentrum in Stockholm (Schweden) und arbeitet bereits seit längerem mit weiteren nordischen Verteidigungstechnologieunternehmen zusammen.

Die dänische Produktion soll außerdem zum Ausbau von STARKs Baltic Shadow Initiative beitragen. Die Initiative nutzt autonome maritime Systeme, um NATO-Ländern dabei zu helfen, verdächtige Aktivitäten zu überwachen, kritische Infrastruktur zu schützen und hybriden Bedrohungen in der Ostsee zu begegnen.

Seasight Solutions gehört zur familiengeführten Seasight Group, die seit 75 Jahren tätig ist. Das Unternehmen beliefert die dänischen Streitkräfte (Forsvaret) seit 1992 und gibt an, dass der Betrieb in Ringkøbing für die Produktion unbemannter Systeme hochskaliert werden kann.

„Der Partnerschaftsvertrag mit STARK ist ein wichtiger Meilenstein für Seasight Solutions. Er ermöglicht es uns, unsere Rolle in der Verteidigungsindustrie zu stärken und gleichzeitig zu weiterem Wachstum und mehr Arbeitsplätzen in Westjütland beizutragen“, sagt Thomas Halkjær Kristensen, Geschäftsführer von Seasight Solutions.